Beschwerden über Tests in der Amstettner Pölz-Halle

Erstellt am 24. März 2022 | 05:57
Lesezeit: 4 Min
440_0008_8310252_ybb12ams_test_eingang_eishalle.jpg
Die Zustände in der behördlichen Walk-in-Teststraße in der Amstettner Pölz-Halle haben zuletzt so manchen Bürger irritiert. Es hagelt scharfe Kritik.
Foto: Kovacs
Bürger aus dem Ybbstal angesichts der Zustände in Walk-in-Teststraße Amstetten irritiert.
Werbung
Anzeige

Angesichts der explodierenden Corona-Infektionszahlen ist der Andrang in den amtlichen Teststraßen in den letzten Tagen und Wochen rapide gestiegen. Kritik kam der NÖN zuletzt mehrfach an der behördlichen Walk-in-Teststraße in der Johann-Pölz-Halle in Amstetten zu Ohren.

So zeigt sich ein Ybbsitzer, der die Teststraße bereits mehrmals aufsuchen musste, erschüttert angesichts der Zustände dort. „Ich habe in den letzten Monaten selbst einmal wöchentlich in unserer regionalen Antigen-Teststraße in Ybbsitz ehrenamtlich mitgeholfen und hatte dort stets das gute Gefühl, dass hier höchst professionell gearbeitet wird“, sagt der Mann. „Selbigen Eindruck vermittelt mir die Teststraße im Schloss Rothschild in Waidhofen. Die Teststraße in der Johann-Pölz-Halle in Amstetten entspricht jedoch nicht dem, was man sich von einer behördlichen Einrichtung erwartet.“

Das Personal erscheine wenig qualifiziert und sei, da es keine einheitliche Kleidung trage, auch nicht als solches erkennbar, führt der Ybbsitzer aus. Zudem würden die Tests nicht beaufsichtigt und die Teströhrchen kämen nachher nicht in einen Plastikbeutel. Dass die Mitarbeiter beim Abholen des Gurgeltest-Sets keinen Ausweis sehen wollten, irritierte ihn zusätzlich.

Außerdem seien die Keller-Räumlichkeiten, in denen die Tests durchgeführt werden, eine Zumutung und würden Desinfektionsmittelspender fehlen, bekrittelt der Mann weiter. Ein Waidhofner, der die Teststraße ebenfalls aufsuchen musste, bestätigt dies. Auch er zeigte sich angesichts der Zustände dort irritiert.

Der Ybbsitzer äußert auch Kritik am weiten Anfahrtsweg zur behördlichen Teststraße. Da sein erster Test in der Drive-in-Teststraße St. Georgen/Ybbsfelde ungültig war, musste er die rund 80 Kilometer von Ybbsitz nach Amstetten und retour zwei Mal bewältigen. Solch lange Fahrten in einem gesundheitlich angeschlagenen Zustand seien gefährlich, meint der Mann.

Teststraße wird von externer Firma betrieben

Amstettens Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer stellt klar, dass die Bezirksbehörde die Teststraße in der Pölz-Halle nicht betreibe. Es habe bereits in der Vergangenheit Kritik an der Teststation gegeben, berichtet Gerersdorfer. Nach einer Qualitätsprüfung dort seien ihr aber keinerlei Beschwerden mehr zu Ohren gekommen. Dass ein breiteres Testangebot für den Bürger bequemer sei, versteht die Bezirkshauptfrau. Letztlich sei die Einrichtung der amtlichen Teststraßen aber eine Entscheidung des Landes NÖ gewesen.

Das Personal für die Walk-in-Teststationen werde von einer externen Firma vom Land zugekauft, hält NÖ Sanitätsdirektorin Irmgard Lechner fest. Alle Mitarbeiter seien eingeschult und mit dem richtigen Patientenumgang vertraut gemacht worden. Seitens des Landes habe man Westen zur Verfügung gestellt und die Mitarbeiter angewiesen, diese auch zu tragen. Die Mitarbeiter hätten auch die Anweisung, die Identität der zu testenden Personen zu überprüfen, heißt es weiter. Eine direkte Beaufsichtigung der Tests sei nicht vorgesehen, da die Probanden jeweils einzeln mit den Test-Kits eine Kabine zugewiesen bekämen. Das Teströhrchen in einem Plastikbeutel zu verpacken, sei nicht vorgesehen. Alle Teststationen seien auch mit Desinfektionsmittelspendern ausgestattet.

Das primäre Ziel bei der Auswahl der Räumlichkeiten der Teststationen sei gewesen, für viele möglichst leicht erreichbar zu sein, hält die Sanitätsdirektorin fest. Das treffe freilich nicht für hundert Prozent zu. Mit dem bestehenden Angebot verfüge Niederösterreich allerdings über eine gut erreichbare Teststruktur.

Werbung