150 protestierten gegen Corona-Maßnahmen in Waidhofen an der Ybbs

Protestzug in Waidhofen verlief emotional, aber friedlich. FPÖ-Politiker wetterten gegen "Impfzwang".

Erstellt am 12. Dezember 2021 | 17:25
Lesezeit: 3 Min

Rund 150 Personen schlossen sich am Sonntagnachmittag in Waidhofen einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung an. Organisiert hatte sie der neue freiheitliche Spitzenkandidat für die Waidhofner Gemeinderatswahl im Jänner, Josef Gschwandegger, unter dem Titel „Freiheit ist wählbar“. Obwohl Gschwandegger betonte, die Demo als Privatperson organisiert zu haben, stand sie doch ganz deutlich im Dunstkreis der FPÖ.

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So richteten bei der Kundgebung am Freisingerberg neben Gschwandegger auch die Bezirksobleute Alexander Schnabel und Edith Mühlberghuber (Amstetten) sowie Reinhard Teufel (Scheibbs) Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gewettert wurde vor allem gegen „den Impfzwang“.

Scharfe Kritik an Bundesregierung und Impfzwang

Es sei Zeit, für unsere Freiheit und die unserer Kinder aufzustehen, meinte Gschwandegger. Man wolle „dem schwarz-grünen Corona-Maßnahmen-Regime einheizen“, schoss Schnabel scharf. Jeder solle frei über seinen Körper verfügen können. Die Kinder dürften nicht in die Nadel getrieben werden. Für den „schwedischen Weg“ in der Pandemie-Bekämpfung sprach sich Teufel aus. „Die FPÖ ist nicht gegen die Impfung, sondern gegen den Impfzwang“, hielt Mühlberghuber fest. „Wir setzen auf Freiwilligkeit“. Die Regierung lüge die Menschen von vorne bis hinten an, so die Amstettner Bezirksobfrau weiter.

Die Teilnehmer quittierten die Reden der FPÖ-Granden lautstark mit Beifall und Pfiffen sowie „Widerstand“-Rufen.

Prominente Unterstützung von Birgit Kolar

Als prominente Unterstützerin ergriff auch die international erfolgreiche Violinistin Birgit Kolar das Wort. Die gebürtige Waidhofnerin, die mittlerweile großteils in Barcelona lebt, kritisierte die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung scharf. „Das sich Österreich als Kulturland bezeichnet, ist eine echte Schande“, meinte sie.

Nach den Ansprachen setzte sich der Tross begleitet von rund 40 Polizistinnen und Polizisten der Einsatzeinheit Niederösterreich und der Polizeiinspektion Waidhofen stadtauswärts in Bewegung. Via Ybbstor und Graben ging es über die Pocksteinerstraße und die Ederstraße bis zur Florianibrücke und über die Zell wieder zurück in die Innenstadt. Dabei wurden Transparente hochgehalten, Österreichfahnen geschwenkt und „wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut“ skandiert.

Anzeigen wegen Verstoß gegen die Maskenpflicht

Die Kundgebung verlief zwar emotional und lautstark, aber dennoch friedlich. Nach eineinhalb Stunden war der Protest zu Ende. Es gab keine Zwischenfälle. Die Maskenpflicht wurde von den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ordnungsgemäß angemeldeten Veranstaltung eingehalten. Vier Personen, die sich weigerten, einen Mund-Nasenschutz zu tragen, erhielten eine Anzeige.