Schottergrube in Kematen: Umwidmung wird Thema

SPÖ will Renaturierung. ÖVP schließt Wopfinger-Rückwidmung aus.

Andreas Kössl
Andreas Kössl Erstellt am 22. September 2021 | 03:19

Der geplante Upcycling Park der BIO-Brennstoff GmbH in einer Schottergrube der Firma Wopfinger in Kematen ist so gut wie vom Tisch. Dennoch machen sich die Anrainer und die Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ Sorgen, dass schon bald ein anderes Industrieprojekt in der Schottergrube umgesetzt werden könnte. In einem Brief forderte die Bürgerinitiative deshalb die Kematner Bürgermeisterin und alle Gemeinderäte kürzlich auf, sich für einen Stopp weiterer Bodenversiegelungen in der Forstheide und für Rückwidmungen und Renaturierungen im Schotterabbaugebiet starkzumachen. Die NÖN berichtete.

In der Vorwoche fand nun ein Treffen der Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ mit SPÖ-Bezirksgranden und Kematner SPÖ-Mandataren zum Thema statt. Dabei wurde der wichtige Naherholungswert der Forstheide für den urbanen Raum betont. „Gerade die jüngere Vergangenheit hat uns gezeigt, wie wichtig Gebiete wie die Forstheide für die Gesundheit der Bevölkerung sind“, sagte SPÖ-Bezirksvorsitzende Ulrike Königsberger-Ludwig. „Diese Erholungsräume für die Bevölkerung müssen wir für die Zukunft sicherstellen.“

SPÖ-Antrag wird im Gemeinderat behandelt

Seitens der Bürgerinitiative wurde beanstandet, dass vereinbarte Aufforstungsprojekte in der Region bisher ausgeblieben seien und es auch keine Information darüber gebe, ob das Verfahren für den Upcycling Park eingestellt worden sei. SPÖ-Ortsparteivorsitzender Matthias Fischböck setzt sich für die konsequente Renaturierung von Flächen ein, die vorher industriell genutzt wurden. „Wenn eine Wiederherstellung eines naturnahen Zustandes unterbleibt, leidet auch die Erholfunktion für die Bevölkerung“, sagt er.

In der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag wird sich die Rückwidmung und Renaturierung von einstigen Schotterabbauflächen in der Kematner Forstheide auf der Tagesordnung finden. Die Initiative dafür setzte die SPÖ. Gegen eine Rückwidmung der Wopfinger-Schottergrube in Grünland dürfte sich allerdings die ÖVP, die im Kematner Gemeinderat die Mehrheit hält, stellen.

„Wir werden den Tagesordnungspunkt diskutieren, es wird aber sicher keine Umwidmung geben“, sagt Bürgermeisterin Juliana Günther (ÖVP). „Wir leben zum Glück immer noch in einem Rechtsstaat. Da kann ich nicht einfach etwas umwidmen, nur weil es dem Nachbarn nicht gefällt.“ Bereits vor einigen Jahren habe man eine Rückwidmung der Fläche versucht, die sei aber nicht gelungen. „Die Firma Wopfinger besteht darauf, dass der Grund ein Baugrund bleibt“, sagt Günther. „Da kann ich als Gemeinde nicht einfach umwidmen.“

Zu den von Anrainer Johann Schlöglhofer erhobenen Vorwürfen, die Bürgermeisterin habe Erinnerungslücken hinsichtlich der Umwidmung der Schotterabbaufläche (siehe Leserbrief) sagt die Ortschefin: „Dieses Grundstück ist schon seit ewig Zeiten Bauland. Ich habe da keine Widmung vollzogen.“