Rauchen scheidet Geister im Bezirk Amstetten. Bei der Rücknahme des Rauchverbots zeigt sich die Gastronomie uneinig. Im Bezirk Amstetten gibt es sowohl Befürworter als auch Kritiker der Maßnahme.

Von Peter Führer. Erstellt am 20. Dezember 2017 (04:50)
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Die Diskussion um die Rücknahme des Rauchverbotes in der Gastronomie hat auch den Bezirk erreicht. Ursprünglich sollte das Nichtraucherschutzgesetz am 1. Mai 2018 in Kraft treten.

Die derzeitige Regelung hätte dann der Vergangenheit angehört. Die Pläne der künftigen Regierung sehen nun vor, die aktuelle Situation beizubehalten.

Unstimmigkeit bei Wirten

Unter den Wirten selbst ist das Thema umstritten. Wirte-Sprecherin Melitta Ott betont, dass vor allem kleinere Betriebe durchatmen würden. „Ich habe von vielen Kollegen, die jetzt eine kleine Bar oder Diskothek führen, gehört, dass es für sie lebensrettend ist, wenn weiter geraucht werden darf. Größere Lokale, bei denen in Raucher und Nichtraucher getrennt werden muss, tun sich da leichter.“

„Rauchen gehört zur Stammkneipe dazu“

Ein solches kleineres Lokal mit einer Verabreichungsfläche von unter 50 Quadratmetern, in der Speisen oder Getränke verkauft werden, ist das Café Schonzeit in St. Georgen/Ybbsfelde. Dort darf geraucht werden. Betreiber Walter Taschl ist froh, dass die geplante Gesetzesänderung aller Voraussicht nach nicht kommen wird.

„Es gehen alle auf die Wirte los. Wenn man Zigaretten generell verbieten würde, wäre das etwas anderes. Ich sehe es aber nicht ein, wenn nur bei uns nicht mehr geraucht werden darf. Zu einer Stammkneipe gehört das dazu, bei einem Restaurant oder Häusern mit Speisebetrieb ist das was anderes.“

Es gibt bei den Wirten allerdings auch Gegenpositionen. In Amstetten spricht sich etwa Robert Gelbmann, Betreiber des „Stehachterls“ und des „K1 Disco Clubs“, für das ursprünglich geplante generelle Rauchverbot aus. „Für mich ist das eine Hiobsbotschaft und ich sehe das negativ, was da passiert. Ein Rauchverbot, das für alle gleich ist, wäre für die Gäste und die Mitarbeiter besser gewesen, alleine schon aus gesundheitlichen Gründen.“

Werner Seifert („HofCafé“, „MojoBar“) sieht das ähnlich. Auch er argumentiert mit gesundheitlichen Gründen für Gäste und Mitarbeiter. „Dass das jetzt auf einmal doch nicht kommen könnte, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.“

„Vorteile für den Arbeitnehmerschutz“

Mit gemischten Gefühlen sieht man das Kippen des Gesetzes beim Gasthaus Kappl in Biberbach. „Die fehlende gesundheitliche Belastung durch das Rauchen wäre für den Arbeitnehmerschutz und für unsere Gäste vorteilhaft gewesen. Auf der anderen Seite hätte das Verbot natürlich für viele Kollegen schlimme Auswirkungen gehabt. Bei uns wäre das größte Problem gewesen, dass die Leute dann draußen rauchen müssten und das für Ärger bei den Anrainern gesorgt hätte. Ich finde auch, dass jeder in seinem Haus das Recht haben sollte, zu entscheiden, was erlaubt ist und was nicht“, argumentiert Angelika Kappl.

Wirte-Sprecherin Melitta Ott sieht die Diskussion noch nicht beendet, weist aber darauf hin, dass es „nicht die Aufgabe der Wirte“ sei, „die Gäste in Raucher und Nichtraucher einzuteilen. Wir sind dafür da, den Gästen eine schöne Zeit zu bieten.“

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