Abschied von Waidhofner Primar mit Pioniergeist. Der ärztliche Leiter des Landesklinikums Waidhofen an der Ybbs Klemens Eibenberger verabschiedete sich in den Ruhestand. Er legte das Fundament für die hauseigene Radiologie.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 10. Mai 2021 (05:05)
Betriebsrat Karl Streicher, der chirurgische Leiter Stefan Leidl, Helmut Krenn (Landesgesundheitsagentur), Martin Kaiser (kaufm. Direktor), Pflegedirektorin Doris Fahrnberger-Schober, Gabriele Polanezky (Gesundheit Mostviertel GmbH) und der interimistische Leiter Hubert Rogenhofer (von links) wünschten dem scheidenden ärztlichen Direktor Klemens Eibenberger (4. von rechts) alles Gute für den Ruhestand.
LKNÖ, LKNÖ

Im Landesklinikum Waidhofen verabschiedete sich der ärztliche Direktor und langjährige Leiter des Instituts für Radiologie Primar Klemens Eibenberger in die wohlverdiente Pension.

Primar Klemens Eibenberger leitete bis zu seiner Pensionierung die Radiologie am Landesklinikum.
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Im Jahr 1996 trat Klemens Eibenberger seinen Dienst im Landesklinikum Waidhofen an und übernahm bereits ab Beginn die Leitung des Instituts für Radiologie sowie die Stellvertretung des damaligen ärztlichen Direktors Primar Aschauer.

Zuvor absolvierte der gebürtige Hollensteiner nach der Promotion zum Doktor an der medizinischen Fakultät der Universität Wien 1985 seine Facharztausbildung für Radiodiagnostik am AKH Wien. Dies ist nicht die einzige Ausbildung, die Eibenberger erfolgreich abschloss, denn auch das Studium der Naturwissenschaften und das Lehrstudium für Unterricht und Kunst erweiterten seinen Horizont und kennzeichnen bis heute seinen breiten Blickwinkel. Neben der medizinischen Praxis war er als Universitätsassistent an der med. Fakultät Wien aktiv.

„Das Klinikum Waidhofen verdankt einen Großteil seiner Entwicklungen dem Forschergeist sowie dem Engagement von Direktor Eibenberger“, sagte Helmut Krenn, Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur. Klemens Eibenberger legte von Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit an das Fundament für die heutige hausinterne Radiologie.

1997 wurde der erste Computertomograph in Betrieb genommen. Danach folgte unmittelbar der Spatenstich für den Neubau des OP-Traktes und des Röntgenin stituts. 1999 sorgte Direktor Eibenberger für die Inbetriebnahme des ersten volldigitalisierten Röntgens in Niederösterreich – ein Meilenstein in der Entwicklung der Radiodiagnostik.

Nach der Übernahme der ärztlichen Leitung im Jahr 2005 wurde im Landesklinikum Waidhofen 2007 erneut ein hochmoderner Computertomograph installiert, welcher raschere und genauere Diagnosen ermöglichte und bereits Herzkranzgefäße darstellen konnte. „Kollege Eibenberger war schon immer als Pionier im Bereich der Radiodiagnostik tätig“, so der stellvertretende ärztliche Direktor Primar Hubert Rogenhofer, der fortan die interimistische Leitung innehat.

Eibenberger war auch maßgeblich an der Eröffnung der Herzkatheteranlage für die kardiologische Vollversorgung des Mostviertels sowie der Etablierung der Onkologie beteiligt. Dem ärztlichen Direktor lag aber nicht nur die medizintechnische Entwicklung am Herzen, er bemühte sich um einen praxisnahen Zugang und die Digitalisierung der Medizin.

Einsatz für Praxisnähe und Digitalisierung

Das durch Eibenberger mitentwickelte Röntgeninformationssystem sorgte ab 2008 dafür, dass Röntgenbilder unmittelbar nach Bildaufnahme auf den Stationen zur Verfügung stehen und zwischen den Kliniken ein digitaler Austausch von Röntgenbildern möglich ist. Niederösterreich konnte sich zu diesem Zeitpunkt erneut als Vorreiter der Medizinentwicklung und Kommunikation im Bereich der Radiologie bezeichnen.

Zum Abschluss der Ära Eibenberger wurde im Dezember 2020 der Gerätetyp „X-cite“ (Computertomograph) eingerichtet. „Wir sind sehr stolz, dass wir – als erstes Haus in ganz Österreich – diesen hochmodernen Gerätetypus in Betrieb nehmen durften“, freute sich Eibenberger.

Neben dem umfangreichen Fachwissen war Eibenberger als gut gelaunter Chef und Kollege bekannt. „Er verteilte für gute Leistungen ,Daumen hoch‘ an die Belegschaft und trat den Menschen mit Bodenständigkeit sowie Respekt gegenüber“, schilderte Betriebsrat Karl Streicher. „Für uns war Primarius Eibenberger stets erreichbar und bei Bedarf zur Stelle“, ergänzte die leitende Radiologietechnologin Silvia Feizlmair.

Die Führung des Landesklinikums sowie die Mitarbeiter bedankten sich bei Klemens Eibenberger und wünschten ihm „Frohes Schaffen“ im weiteren Lebensabschnitt. Auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf übermittelte seinen Dank: „Durch seinen unermüdlichen Einsatz und seinen Weitblick hat Primar Eibenberger die Radiologie modernisiert und erfolgreich in eine neue Ära geführt.“