„Eisenwurzen“-Geschichten jetzt im Netz. Verein VEMOG erschloss Bestand des Wochenblatts „Eisenwurzen“.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. August 2020 (03:28)
Die Zeitung „Eisenwurzen“ ist nun digital verfügbar, am Bild: VEMOG-Obfrau Eva Zankl und Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger.
www.eisenstrasse.info

Die Digitalisierung von historischen Zeitungen wird für Archive immer wichtiger, um regionalen Forschern eine Informationsquelle zu erschließen. Zeitungen nehmen für die Zeitgeschichte eine bedeutende Rolle ein, sind sie doch ein Zeitzeugnis, das das Geschehen einer Region dokumentiert und teilweise auch kommentiert.

Gerade für die von der sozialistischen Kreispartei in St. Pölten herausgegebene Wochenzeitung „Eisenwurzen“ ist dieses Digitalisierungsprojekt besonders bedeutend. Die Wochenzeitung wurde 1928 als Regionalausgabe der Zeitung „Volkswacht“ gegründet und behandelte, bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung 1934, als sozialdemokratisches Blatt die Themen der Industriearbeiterschaft im Ybbstal. Gerade der Vergleich der Zeitung „Eisenwurzen“ mit dem großdeutschen und bürgerlichen „Boten von der Ybbs“, der ebenfalls bereits digitalisiert wurde, liefert wichtige Diskussionsgrundlagen für historische Forschungsprojekte.

Neben dem „Boten von der Ybbs“ und der „Eisenwurzen“ sind mittlerweile aber auch bereits andere Regionalzeitungen online gestellt worden und dokumentieren so umfassend das Geschehen im Mostviertel. „Die Zeit vom Justizpalastbrand 1927 bis zum Bürgerkrieg 1934 ist in Österreichs Geschichte eine Phase der Radikalisierung der parteipolitischen Kämpfe“, sagt Lokalhistorikerin und VEMOG-Obfrau Eva Zankl. „Heimwehr und republikanischer Schutzbund stehen repräsentativ für die Verhärtung der Fronten beim Versuch, das nach dem Ersten Weltkrieg auf einen kleinen Rumpfstaat reduzierte Österreich politisch und wirtschaftlich neu zu ordnen.“

Alle 310 Wochenausgaben der „Eisenwurzen“ wurden im PDF-Format auf der Internetplattform archiv-eisenwurzen.at hochgeladen und können dort nachgelesen werden.

Realisiert wurde das Projekt vom Verein zur Erforschung der Mostviertler Geschichte, kurz VEMOG, der dieses als Leader-Kleinprojekt in Kooperation mit der Eisenstraße NÖ umsetzte. Das Vorhaben wurde aus Mitteln der EU, des Landes NÖ und des Bundes kofinanziert.