Lokal erzeugter Strom in Waidhofen/Ybbs

Mit Energiegemeinschaft Waidhofen soll grüne Energie aus der Region in der Region verteilt werden. Vorregistrierung startet.

Andreas Kössl
Andreas Kössl Erstellt am 23. September 2021 | 13:32
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Bürgermeister Werner Krammer (3. von links), Umweltstadtrat Fritz Hintsteiner (rechts) und der Leiter der Liegenschaftsabteilung am Magistrat, Matthias Pialek (links), freuen sich gemeinsam mit den Waidhofnern auf den Start der ersten Energiegemeinschaft. Damit soll regional produzierter Sonnenstrom in der Region bleiben.
Foto: NOEN

Im Juli wurde auf Bundesebene das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), das die Rahmenbedingungen für den Ökostromausbau in den nächsten zehn Jahren festlegt, beschlossen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 Österreichs Strombedarf zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Dementsprechend muss das Energiesystem umgebaut werden. Auch die Gemeinden werden dabei in die Pflicht genommen.

Eine nachhaltige, saubere Energieversorgung ist auch das Ziel des 2019 beschlossenen Klima- und Energiefahrplans des Landes NÖ. Laut diesem sollen in Niederösterreich im Jahr 2030 bereits 2.000 GWh Strom aus Photovoltaikanlagen produziert werden. Das entspricht dem Fünffachen der derzeitigen Produktion. Der Nutzung vorhandener Dachflächen wird dabei Vorrang gegenüber Freiflächenanlagen eingeräumt. Wie die NÖN berichtete, plant die Stadt Waidhofen, Photovoltaikanlagen auf mehreren städtischen Gebäuden zu errichten. Schulzentrum Plenkerstraße und Kläranlage stehen als erstes am Plan. Das Parkdeck Schlosscenter und die Sporthalle sollen folgen.

Eine weitere Möglichkeit, wie die Kommunen ihren Beitrag zur Energiewende leisten können, sind Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften. Die Möglichkeit für deren Gründung wurde mit dem EAG geschaffen.

Schritt für Schritt zu grünem Pilotprojekt

Eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss aus Verbrauchern und Produzenten von erneuerbarer Energie, die über die Grundstücks- und zum Teil auch über die Ortsgrenze hinaus gemeinsam Strom produzieren, speichern und verbrauchen können. Das System erlaubt es seinen Mitgliedern also, den innerhalb der Gemeinschaft erzeugten Strom auch wieder lokal zu verbrauchen. Der Strompreis kann selbst festgelegt werden. Die Netzgebühr wird geringer. In Waidhofen wurde in der Juni-Gemeinderatssitzung bereits der Grundstein für die Gründung solcher Energiegemeinschaften gelegt. Nun geht man den nächsten Schritt: Ab 24. September können sich Interessenten – Produzenten ebenso wie Abnehmer – einmal unverbindlich online für eine Energiegemeinschaft Waidhofen vorregistrieren.

Danach soll seitens der Energie Zukunft Niederösterreich (EZN) – einem gemeinsamen Unternehmen der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ und der EVN – geschaut werden, ob die Gründung einer oder mehrerer Energiegemeinschaften Sinn macht.

„Wir gehen mit diesem Pilotprojekt einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. Ziel sei es, auch die städtischen Photovoltaikanlagen und eventuell auch das stadteigene Wasserkraftwerk in die Gemeinschaften einzubringen. „Ob das möglich ist, ist derzeit aber noch unklar, da die Durchführungsbestimmungen des EAG noch fehlen“, hält der Stadtchef fest.