So schlägt das Herz der Schmiede

Erstellt am 21. Juni 2022 | 12:40
Lesezeit: 3 Min
Der Markt in Ybbsitz stand das Wochenende über ganz im Zeichen des internationalen Schmiedefests. Friede und Schmiedekunst standen im Fokus.
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Zum 13. Mal luden die Schmiedegemeinde und das Schmiedezentrum von Freitag bis Sonntag zum internationalen Schmiedefest „Ferraculum“. Bereits bei der Eröffnung drehten sich die Reden der Festgäste um die Themen Frieden und Corona. Denn 2020 war das Fest als „Ferraculum connected“ kurzerhand in einer hybriden Lösung durchgeführt worden. Nun trafen sich Schmiede aus Frankreich, Tschechien, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, der Ukraine, der Slowakei, den USA und Österreich am Marktplatz und vor dem Gesellschaftshammer beim alten Marktbrunnen, um gemeinsam zu schmieden und Freundschaften zu pflegen.

Präsident des Rings der Schmiedestädte eröffnete

Der amtierende Präsident des Rings der Europäischen Schmiedestädte, der Bürgermeister der oberbayrischen Gemeinde Kolbermoor, Peter Kloo, betonte bereits in seiner Eröffnungsadresse die Wichtigkeit der Gemeinschaft der Schmiede, die über alle Grenzen hinweg und ungeachtet aller Kriegswirren Freundschaft und Gemeinsamkeit pflegten. „Hier in Ybbsitz schlägt das Herz der Schmiede“, sagte Kloo.

Bürgermeister Gerhard Lueger konnte über den Kontakt von Gottfried Lettner einen der bedeutendsten Schmiedekünstler Italiens, Roberto Giordani, gewinnen, einerseits eine Ausstellung im FeRRUM zu stellen und andererseits eine Skulptur für Ybbsitz zu schaffen. Die vier Meter hohe Stele, mit dem Titel „Transformation“, die Giordani gemeinsam mit Teilnehmern des Ferrraculums schuf, symbolisiert die Risse, die durch Corona und Krieg durch die Welt gehen.

Stelen, Leuchten und Schmiede-Wettbewerb

Ein ganz besonderer Höhepunkt war das zweitägige Brecheisenschmieden in der Sonneck-Schmiede. Wissenschaftliche Vorträge und Kurse gab es entlang der Schmiedemeile. Sie reichten von einem Workshop „Metallurgie und Wärmebehandlung von Stahl“ mit Achim Wirtz und Stefan Krumböck bis zu einer Leistungsschau „Ybbsitzer Impressionen“ durch den Fotoklub.

Ein Gemeinschaftsabend der Schmiede am Freitag mit Rubato Blos und dem anschließenden FerROCKulum waren gesellschaftliche Höhepunkte. Doch die Stele ist bei Weitem nicht das einzige Schmiedeprodukt, das in diesen drei Tagen in Ybbsitz entstanden ist. Im Eybl Hammer fertigten Schmiede der tschechischen Kunstgewerbeschule Turnov gemeinsam mit Sepp Eybl zwei kunstvolle Leuchten für die Schmiedemeile.

Weitere 25 geschmiedete Plastiken wurden für den Schmiede-Wettbewerb unter dem Titel „Transformation“ geschaffen. Eine Jury unter der Leitung von Gernot Walter wählte daraus sechs Preisträgerarbeiten, die Schmiede aus Deutschland, Tschechien Österreich und der Ukraine schufen. Zuletzt wurden für die Nierenkrebsoperation eines ukrainischen Mädchens 2.475 Euro gesammelt. Dass mehrere Preisträgergruppen des Schmiede-Wettbewerbs spontan ihre Preisgelder spendeten, zeigte: Auch so schlägt das Herz der Schmiede.

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