Grandioser Auftakt zum Klangraum. Igudesman wurde Ruf als Enfant terrible gerecht und zeigte Virtuosität garniert mit Tanz.

Erstellt am 06. September 2017 (03:00)
Leo Lugmayr

So einen Auftakt hat wohl noch kein Festival erlebt – und noch dazu eines, das den Ruf hat, vorrangig auf klassische Musik ausgerichtet zu sein.

Aleksey Igudesman, schon als Solist programm- und abendfüllend, entführte das Publikum beim Eröffnungsabend des Klangraums im Herbst am Sonntag in eine Welt aus Geigenvirtuosität, Philosophie und Clownerie. Mit der serbischstämmigen Konzertmeisterin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, Kristina Suklar, an der Seite spielte er sich in Sphären, die einem Geigenvirtuosen würdig und einem Komiker recht sein können.

Suklar assistierte – mal im Reifrock, mal elegant, mal in Latex – auf der Geige und war dem in Russland geboren Yehudi-Menuhin-Schüler eine kongeniale Partnerin. Unter dem Motto der gleichnamigen CD „Fasten Seatbelts“ hob das Duo förmlich ab und wurde von den Tänzerinnen Sara UniCore und Manaho Shimokawa in eine Installation an Ausdruck und Körperbeherrschung verwoben.

Fazit: ein unglaublicher Abend und ein genialer Auftakt.

Leo Lugmayr