Langzeit-Gemeinderat Gabriel: „30 Jahre sind genug“. Nach drei Jahrzehnten tritt Heinz Gabriel nur mehr formal zur Wahl an.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 13. Januar 2020 (03:45)
So kennt man Heinz Gabriel seit drei Jahrzehnten im Ybbsitzer Gemeinderat: launig, kritisch und stets zu einer Wortmeldung bereit.
Lugmayr

Langzeit-Gemeinderat Heinz Gabriel verlässt nach drei Jahrzehnten die Politik. Er hat die FPÖ in sechs Gemeinderatsperioden vertreten und dabei kaum eine Sitzung versäumt.

Am 25. März 1990 war er von Bürgermeister Johann Six-Hönigl angelobt worden und hatte in der Folge unter Bürgermeister Josef Hofmarcher (1998 – 2018) und seit 2018 unter Bürgermeister Gerhard Lueger seine Arbeit als Mandatar geleistet. „Man muss wissen, wann man aufhört“, sagt Gabriel heute und sieht die kommende Wahl am 26. Jänner gelassen. Zwar findet man seinen Namen auf dem recht wenig aussichtsreichen fünften Listenplatz sehr wohl noch, aber Parteiarbeit und Wahlkampf hat er längst seinem Nachfolger übertragen.

„Ich kandidiere zwar noch einmal für die FPÖ-Liste, sehe das aber eher als symbolische Unterstützung des Teams um Hubert Haider“, sagt Gabriel. „Ich habe in den 30 Jahren versucht, für die Heimat etwas zu bewegen“, sagt er im Rückblick, in manchen Fällen sei ihm dies auch geglückt. „Wenn sich die Erfolge dann auch meistens andere an den Revers geheftet haben“, sagt er. 75 Jahre wird er heuer, höchste Zeit, andere ranzulassen, meint er. Bei den konstituierenden Sitzungen des Gemeinderates war er schon die letzten drei Male der Altersvorsitzende gewesen, der die Bürgermeisterwahl zu leiten hatte.

„Als Einzelkämpfer hat man es nicht leicht, seine Ideen durchzubringen“, lautet sein Resümee. Weder beim Verkauf des Gemeindewaldes Wülfach, noch bei Bau und anschließender Sanierung des Feuerwehrhauses habe er seine Ideen durchbringen können. „Meine guten Ratschläge wurden nicht immer gehört“, sagt er. Allerdings habe er in den 30 Jahren viel Wissen um die Gemeindepolitik aufgebaut und kenne daher die Vorgänge der Gemeindepolitik gut.

„Ich bin 30 Jahre im Prüfungsausschuss gewesen und habe auch in allen anderen Ausschüssen als Zuhörer ohne Stimmrecht teilgenommen.“ Jungen Menschen rät er, sich politisch zu engagieren.

Immer öfter sehe er, dass die jungen Leute in die Politik gehen und bereits ein, zwei Jahre später wieder aussteigen. „Das macht wenig Sinn. Politik braucht Erfahrung“, so der alte politische Hase.