Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): „Es braucht Visionen“. Bezirks-SPÖ unterstützt Frauenvolksbegehren. Hochrangige ÖVP- und FPÖ-Politikerinnen im Bezirk finden Forderungen überzogen und verweigern Unterschrift.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:00)
SPÖ
Siegfried Köhsler, Christine Pissenberger, Helmut Novak, Adelheid Schoberberger, SJ-Landesvorsitzender Mirza Buljubasic, Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Armin Bahr, Hermine Freitag, Gerhard Riegler und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (v.l.) unterschreiben das Frauenvolksbegehren.

Derzeit laufen drei Volksbegehren. Das Nichtrauchervolksbegehren ließ am Donnerstag und Freitag sogar die Server im Innenministerium kollabieren, weil es zu viele Zugriffe auf das zentrale Wählerregister gab.

Offenbar wollen sehr viele Bürger dieses unterstützen. Gespannt darf man auch sein, wie das Frauenvolksbegehren abschneidet. Vor 20 Jahren hatten es 650.000 Österreicher unterzeichnet. Die Forderungen blieben aber großteils unerfüllt. Nun gibt es eine Neuauflage. Die NÖN berichtete.

Königsberger-Ludwig: "Noch ein Stück von echter Gleichstelung entfernt"

Die SPÖ im Bezirk will das Frauenvolksbegehren unterstützen: „Die Verbesserung der Lebensrealitäten von Frauen muss auf der politischen Tagesordnung ganz oben stehen. Von echter Gleichstellung sind wir immer noch ein Stück entfernt. Mir ist bewusst, dass es auch Punkte beinhaltet, die nicht einfach umzusetzen und erst einmal Zukunftsvisionen sind, wie eine 30-Stunden-Woche. Aber es braucht auch Visionen in unserer Gesellschaft“, ist Nationalratsabgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig überzeugt.

Mühlberghuber: "Stimme einigen Punkten nicht zu"

FPÖ-Nationalrätin Edith Mühlberghuber wird das Frauenvolksbegehren nicht unterstützen. „Es gibt einige Punkte, denen ich nicht zustimme. Die Forderung eines Rechts auf kostenlose Kinderbetreuung halte ich zum Beispiel für eine Utopie. Auch die Forderung einer verpflichtenden Frauenquote von 50 Prozent auf allen wirtschaftlichen und politischen Ebenen gefällt mir nicht. Das würde ein Einmischen bedeuten. In meinen Augen wäre das Einhalten dieser Quote nicht möglich. Im Job geht es den Leuten ja um Inhalte, unabhängig vom Geschlecht.“

Auch ÖVP-Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer wird das Frauenvolksbegehren nicht unterzeichnen: „Grundsätzlich begrüße ich jede Initiative, die auf Gleichberechtigung abzielt. Leider sind im aktuellen Volksbegehren Punkte enthalten, die es für mich unmöglich machen, zu unterzeichnen. Es wäre vorteilhaft gewesen, die ideologischen Forderungen zu streichen. Damit hätte eine breitere Schicht von Frauen auch unterzeichnet und den zum Teil sehr berechtigten Forderungen mehr Gewicht gegeben.“

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