Radweg sorgt für Radboom im Ybbstal. Bei Schönwetter ist der Ybbstalradweg ein Segen für Touristiker. 60.000 Radler aus nah und fern im Jahr unterwegs.

Von Andreas Kössl und Christian Eplinger. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:36)
Der Ybbstalradweg ist eine Erfolgsgeschichte. Der durch Corona zusätzlich noch verstärkte Radboom macht das Flussradeln noch beliebter.  Foto: Doris Schwarz-König/mostviertel.at
Doris Schwarz-König/mostviertel.at

Einen wahren Radboom hat der Ybbstalradweg der Region beschert. Seit der Eröffnung im Juni 2017 tummeln sich auf dem 55 Kilometer langem Rad-Highway zwischen Waidhofen und Lunz/See an schönen Tagen zahlreiche Radfahrer aus nah und fern.

Die Coronakrise hat diesen Radboom noch zusätzlich befeuert. Während zahlreiche andere Sportarten und Freizeitaktivitäten während des Lockdowns nicht möglich waren, blieb das Treten in die Fahrradpedale stets eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und sich sportlich zu betätigen.

Für Herbert Zebenholzer, den Geschäftsführer der Ybbstaler Alpen, ist der Ybbstalradweg eine absolute Erfolgsgeschichte. „Der Rad- und E-Bike-Boom haben dazu geführt, dass auch immer mehr Radtouristen große Touren verbinden und der Ybbstalradweg eine Tagesetappe einer großen Radtour wird“, schildert Zebenholzer. Rund 60.000 Radfahrer sind laut Zählstellen bereits jährlich am Ybbstalradweg unterwegs.

Dass das Flussradeln ein großes Thema für das Freizeitradeln geworden ist, weiß auch Eisenstraße-Geschäftsführer Stefan Hackl. „Wir wollen dieses Thema daher auch im Erlauftal weiterziehen und hier neue Raderlebnistouren schaffen. Mit dem bestehenden Ötscherland- beziehungsweise Meridianradweg haben wir ja schon eine gewisse Infrastruktur. Für diese soll nun das Ybbstalradweg-Konzept adaptiert werden“, erklärt Hackl.

Gastronomie profitiert von Radboom

Von dem verstärkten Radleraufkommen profitieren auch Gastronomie und Beherbergungsbetriebe in der Region. „Der Ybbstalradweg erfüllt seine beiden Funktionen ganz hervorragend“, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer. „Zum einen dient er der Bevölkerung für ihre Freizeitaktivitäten, zum anderen zieht er Radfahrer von weiter weg an. Das schlägt sich dann sehr wohl auch in den Nächtigungszahlen nieder. Gleichzeitig sind die Schanigärten der Stadt an schönen Tagen voll mit Radfahrern.“

Auch in die Gastronomiebetriebe im Oberen Ybbstal kehren bei schönem Wetter zahlreiche Radfahrer ein – vom Bruckwirt in Opponitz bis zum Radwegstüberl und der Gulaschwirtin in St. Georgen/Reith.

Auch das in der Mitte des Radwegs gelegene Hollenstein profitiert. Der Großteil der Radler stamme aus der näheren Umgebung – aus Oberösterreich, Niederösterreich und Wien – aber auch aus Tschechien und Ungarn könne man immer wieder Gäste begrüßen, erzählt Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer.

Dass die Coronakrise das Freizeitverhalten der Bevölkerung verändert hat, konstatiert auch der Ybbsitzer Bürgermeister Gerhard Lueger. „Das Radfahren am Ybbstalradweg boomt. Das spüren wir auch in Ybbsitz. So waren etwa am Fronleichnamstag die Gastgärten im Ort bei uns voll.“

Auch die ÖBB zollt dem Radboom im Ybbstal Rechnung. So wurde nun der Ybbstalradweg mit dem Bahnhof Waidhofen ins Programm des Einfach-Raus-Wochenend-Tickets aufgenommen.

Umfrage beendet

  • Gibt es in deiner Heimatgemeinde genug Radwege?