Ybbs bei Waidhofen: Ein Tauchparadies ganz nah. Gute Sicht und eine beeindruckende Kulisse machen die Ybbs für immer mehr Taucher attraktiv. In der Stadt Waidhofen gibt es einen Platz mit optimalen Tauchbedingungen.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 07. August 2021 (05:54)
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Ein Taucher erforscht die Überreste des alten Holzstegs in der Ybbs, nahe der Einstiegsstelle beim Senkersteg.
Wasserrettung Waidhofen

In den letzten Jahren wurde die Ybbs bei Waidhofen zu einem immer beliebteren Ort für Flusstaucher. Martin Lagler, Tauchreferent der Wasserrettung Waidhofen, gab uns einen Einblick in die verborgene Unterwasserwelt direkt vor unserer Haustür.

Ein besonders beliebtes Tauchgebiet befindet sich inmitten der Stadt beim Senkersteg. Neben einer guten Einstiegsstelle herrschen dort ideale Tauchbedingungen, wie Martin Lagler erklärt: „Dort beim Senkersteg reden wir von Tiefen von sechs bis sieben Meter im Staubereich. Dort gibt es einen großen Brückenpfeiler, da dürfte früher einmal eine Holzbrücke gewesen sein, und den Pfeiler sieht man noch. Man kann da auch in der Mitte durchtauchen: Dort sind riesige Felsen unter Wasser, wo schöne Fische stehen, und die Sicht ist auch meistens sehr gut zum Tauchen. Es gibt dort auch noch Reste vom alten Holzsteg. Das ist also ein wunderbares Tauchgebiet, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.“

Im Herbst, wenn sich die Blätter verfärben und herunterfallen, ergeben sich zusammen mit den ins Wasser hängenden Ästen und den gebrochenen Sonnenstrahlen sehr schöne Lichtspiele. Martin Lagler über die Reize des Tauchens in der Ybbs.

Generell eigne sich jedoch der gesamte Flusslauf der Ybbs hervorragend zum Tauchen, unter anderem da der Fluss an vielen Stellen Nischen in das Konglomerat der Felswände gespült habe und sich diese nun zum Erkunden unter Wasser anbieten würden. Vor einigen Jahren wurde die Ybbs zudem in der deutschen Zeitschrift „Tauchen“, einer der bedeutendsten Publikationen des Tauchsports, als eines der fünf schönsten Flusstauchgebiete Europas genannt, was sicher noch weiter zur Beliebtheit der Region bei Tauchern beigetragen hat. „Speziell im Herbst, wenn sich die Blätter verfärben und herunterfallen, ergeben sich da zusammen mit den ins Wasser hängenden Ästen und den gebrochenen Sonnenstrahlen sehr schöne Lichtspiele“, gerät Martin Lagler ins Schwärmen.

Taucher aus ganz Europa jedes Jahr zu Besuch

Auch der Profitaucher und Buchautor Harald Hois hat die Ybbs bei Waidhofen als hervorragendes Flusstauchgebiet für sich entdeckt und veranstaltet seit einigen Jahren immer im August DIVEhofen – eine mehrtägige Veranstaltung, für die Tauchbegeisterte aus ganz Europa nach Waidhofen reisen, um gemeinsame Tauchgänge in der Ybbs sowie ein kulturelles und kulinarisches Rahmenprogramm zu genießen.

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Martin Lagler ist Tauchreferent der Wasserrettung.
privat

Der Blick vom Fluss aus nach oben bietet des Weiteren einen neuen, ungewohnten Blick auf die Stadt, der sowohl Gäste als auch Ortsansässige überraschen und begeistern kann, wie Martin Lagler auch aus Reaktionen von Teilnehmern des Waidhofner Riverthlon, einer Veranstaltung der Wasserrettung, bestätigen kann: „Das Schwimmen in der Ybbs und speziell im Stadtgebiet, von der Zeller Hochbrücke bis zum Leimerfelsen – davon sind die Leute immer total begeistert. Wenn man da schwimmt und nach oben schaut auf die Häuser, die eigentlich am Abgrund gebaut sind, eröffnet das eine ganz neue Perspektive. So sehen wir Waidhofen normalerweise gar nicht.“

Für das Gerätetauchen in der Ybbs ist ein Tauchschein erforderlich – wer noch keinen hat und sich dafür interessiert, wendet sich am besten an die nächste Tauchschule. Aber auch ohne Tauchschein kann die Unterwasserwelt der Ybbs erkundet werden, denn der gesamte Flusslauf eignet sich bestens zum Schnorcheln, wie Martin Lagler verrät.