Soziales Engagement im Ybbstal nach wie vor hoch

Erstellt am 24. Mai 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
440_0008_8365495_ybb21darueber_fsj_marie_janotta_niklas_.jpg
Marie Janotta und Niklas Tiefenböck absolvieren derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Roten Kreuz Waidhofen.
Foto: RKNÖ/Bohlheim
Der Freiwilligendienst bietet die Möglichkeit, in die Praxis sozialer Berufe einzutauchen und sich charakterlich zu bilden.
Werbung
Anzeige

In der Region scheint das Interesse junger Erwachsener, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren, nach wie vor hoch zu sein. Persönlichkeitsbildung, Gemeinschaftlichkeit und ein Einblick in einen möglichen zukünftigen Beruf zählen dabei zu den genannten Gründen, sich im Rahmen des FSJ sozial engagieren zu wollen. Einrichtungen, die FSJ-Plätze anbieten, können so oft zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen.

„Wir haben keine Schwierigkeit, die Plätze zu besetzen“, meint etwa Sebastian Bohlheim, Pressesprecher des Roten Kreuzes Waidhofen. „Das Interesse ist nach wie vor sehr groß.“ Für Männer besteht auch die Möglichkeit, sich das FSJ als Zivildienst anrechnen zu lassen, was auch teilweise in Anspruch genommen wird.

Niklas Tiefenböck ist einer der beiden jungen Männer, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Roten Kreuz Waidhofen absolvieren. „Das Rettungssystem hat mich schon immer interessiert und ich wollte in dem Jahr etwas Sinnvolles machen“, erzählt er über seine Beweggründe. „Ich denke, es ist für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig. Man ist mit vielen verschiedenen Situationen konfrontiert.“ Im September wird wieder eine neue Runde FSJ-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer ihren Dienst beim Roten Kreuz Waidhofen antreten. Eine davon wird die Maturantin Katharina Six sein, die schon seit einigen Jahren beim Jugendrotkreuz in Amstetten aktiv ist. „Ich wollte schon immer Menschen helfen können“, erzählt Six. „Aber auch der gemeinschaftliche Aspekt des Dienstes hat mich in meiner Wahl bestärkt.“

FSJ kann die spätere Berufswahl erleichtern

Der Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste (fsj.at) vermittelt FSJ-Stellen an Einrichtungen aus den Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit, Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung, Sozialarbeit, Pflege und auch an Krankenhäuser. Zwei Einrichtungen im Ybbstal, die FSJ-Plätze vergeben, sind das Pflege- und Förderzentrum sowie das Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen. „Es ist unsere bewusste Entscheidung“, sagt die Direktorin beider Zentren, Sonja Kirchweger, „diese Möglichkeit anzubieten. Gerade im sozialen Bereich können junge Menschen in unseren Einrichtungen sehr viel lernen.“

Oft beeinflussen Erfahrungen, die im FSJ gesammelt wurden, auch die spätere Berufswahl. Jasmin Bromnik begann Anfang Mai 2022 als Mitarbeiterin im Förderzentrum Waidhofen zu arbeiten, nachdem sie zuvor das FSJ absolviert hatte. „Ich konnte im Freiwilligen Sozialen Jahr für mich sehr gut überprüfen, ob das Arbeiten mit Menschen mit einer Behinderung für mich das Richtige ist. Ich habe hier sehr viel gelernt und kann jetzt in meiner beruflichen Tätigkeit sehr gut auf diese Erfahrungen zurückgreifen“, teilt Bromnik mit.

Laura Rittler absolviert derzeit ihr FSJ bei der Kinder- und Jugendhilfsorganisation Pro Juventute in Weyer, wo sie mit Kindern im Alter von fünf bis 14 arbeitet. Für sie war das Jahr bei der Entscheidungsfindung für die weitere Ausbildung hilfreich. „Vor einem Jahr war ich noch etwas unschlüssig, wie es nach der Matura weitergehen soll, jetzt habe ich mich dazu entschlossen, Soziale Arbeit zu studieren“, erzählt Rittler. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß und liegt mir auch. Ich bin charakterlich in diesem Jahr sehr gewachsen und konnte viel für mich mitnehmen.“

Weitere Infos zum FSJ sind unter www.fsj.at und www.roteskreuz.at zu finden.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Engagiert ihr euch freiwillig im Sozialbereich?