Flutlicht für die Forsteralm. Neue Flutlichtanlage soll ab heuriger Saison das Nachtskifahren ermöglichen.

Von Leo Lugmayr und Andreas Kössl. Erstellt am 31. Oktober 2018 (05:01)
Lugmayr
Noch sind die Hänge grün auf der Forster-alm. In gut einem Monat sollen aber bereits die Skifahrer ihre Schwünge im Skigebiet ziehen. Der Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Manfred Großberger wartet mit einer neuen Attraktion auf: Eine Flutlichtanlage soll das Nachtskifahren ermöglichen.

Eine Saison war die neue Beschneiungsanlage auf der Forsteralm bereits in Betrieb. Sie sorgte dafür, dass zahlreiche Skifahrer aus nah, aber auch fern zwischen Dezember 2017 und März 2018 ihre Schwünge im Familienskigebiet an der Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich zogen.

Für Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger, Geschäftsführer der Ennstal-Ybbstal Infrastruktur GmbH, welche die Liftanlage auf der Forsteralm übernommen hat, ist klar, dass sich diese 1,6 Millionen schwere Investition bewährt hat. „Wenn wir die neue Beschneiung nicht hätten, hätten wir die letzte Saison nur wenige Tage Ski fahren können.“ Luft nach oben gebe es aber dennoch, hält der ÖVP-Nationalratsabgeordnete fest. „Zu 100 Prozent ausgelastet war die Anlage nämlich nicht.“

Mit einer neuen Attraktion sollen die Besucherzahlen auf der Forsteralm diese Skisaison nun weiter nach oben getrieben werden. Die Betreibergesellschaft ist gerade dabei, eine Flutlichtanlage im Skigebiet zu errichten.

Nachtskifahren auf der Auwiese bis 21 Uhr

Damit werden Skifreunde auf der Auwiese ab 8. Dezember jeweils am Mittwoch, Freitag und Samstag auch noch in den Abendstunden die schneebedeckten Hänge hinuntergleiten können. Von 18 bis 21 Uhr soll das Skifahren damit ermöglicht werden. Los gehen soll das Nachtskifahren mit dem Start der Skisaison am Samstag, 8. Dezember.

„Damit wollen wir all jene erreichen, die einerseits erst am Abend Zeit für Sport finden und andererseits jene, die diese ganz besondere Atmosphäre und Stimmung suchen“, sagt der Geschäftsführer der Liftbetriebe Forsteralm, Manfred Großberger.

Auch die Gastronomie in der Austall-Hütte wird Großberger in der heurigen Skisaison übernehmen. „Ich habe für die Liftbetriebe soeben einen Acht-Jahres-Pachtvertrag für den Austall unterschrieben“, sagt er. Die Kosten für die Flutlichtanlage beziffert Großberger mit rund 100.000 Euro. Ein Drittel der Kosten übernimmt das Land Oberösterreich, den Rest muss die Liftgesellschaft stemmen.

„Dadurch wird es möglich, nach der Arbeit noch ein paar Stunden Ski zu fahren.“Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger

In die Wege geleitet hat die Landesförderung der Gaflenzer Bürgermeister Günther Kellnreitner (ÖVP). Er hat auch im Vorfeld Gespräche mit der Gaflenzer Gastronomenfamilie Stubauer geführt, die unweit der Forsteralm schon seit vielen Jahren einen kleinen Lift mit Flutlichtanlage betreibt. „Dass man dort nicht sehr erfreut über das Projekt auf der Forsteralm ist, ist klar“, sagt Kellnreitner. „Ich hoffe, dass am Stubauer-Lift trotzdem auch in Zukunft Ski gefahren wird. Man muss aber auch dazu sagen, dass dieser Lift auf Naturschnee angewiesen ist. Im letzten Winter konnte man da nur ein, zwei Mal fahren.“

Eisenstraße-Obmann Hanger hält das Flutlicht-Projekt für eine tolle Initiative. „Dadurch wird es möglich, nach der Arbeit noch ein paar Stunden Ski zu fahren. Das Skigebiet wird dadurch attraktiviert.“

Sommernutzung noch kein Thema

In den Sommermonaten war man auf der Forsteralm auch in anderen Bereichen sehr aktiv. Mit der Anschaffung von zehn Doppelkopfbeschneiungslanzen ist man bei tiefen Temperaturen noch schlagkräftiger geworden. Die Pumpstation und Kühltürme wurden verbessert, die Wasserleitungen von 100 Millimeter Rohrdurchmesser auf 250-Millimeter-Stränge aufgewertet. Als nächste Schritte denkt Großberger bereits die Erneuerung der Wasserversorgung aus dem Tal und eine verbesserte Quellenfassung an. Kostenpunkt: 150.000 bis 200.000 Euro.

Kein Thema ist derzeit noch eine Sommernutzung der Forsteralm. „Ein Sommerkonzept liegt vor, aufgrund der Investitionskosten wird das aber derzeit hintangestellt“, sagt Hanger. „Jetzt schauen wir mal, dass der Winter funktioniert.“

Auch Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer sieht das so. „Die letzten beiden Saisonen sind gut gelaufen“, sagt er. „Das Sommerkonzept soll aber erst in Angriff genommen werden, wenn der Winter stabilisiert wurde.“

Schaden durch Unwetter

Zu kämpfen hatte man im Sommer auf der Forsteralm mit einem weiteren Problem. Die Rekultivierung nach der Installierung der Beschneiungsanlage war gerade abgeschlossen, als ein Unwetter Anfang Juli eine Rutschung auslöste. „Wir hatten einen Schaden von 200.000 Euro“, berichtet Ortschef Kellnreitner. „Das war eine Herkulesaufgabe. Mittlerweile ist der Schaden aber dank Mitteln aus dem Katastrophenfonds, der Infrastrukturgesellschaft, der Liftbetreiber und der Baufirma Käfer wieder vollständig saniert.“

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