Ybbstaler Gastgärten sind bisher gut gefüllt. Wie geht es der Gastronomie nach der langen Pause? Die NÖN fragte nach und zeichnete ein Stimmungsbild.

Von Anna Faltner. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:31)
440_0008_8136482_erl30darueberspricht_gulaschwirtin.jpg
Bei Gulaschwirtin Ursula Prosini (Mitte, stehend) kam es in der Vorwoche schon fast zu einem Gulasch-Engpass. In ihrem Gastgarten ist momentan viel los. 
privat

Lange mussten sie sich gedulden, jetzt sind sie wieder voll in ihrem Element. Die Gastronomie traf die Corona-Krise mit voller Härte. Mittlerweile ist in der Branche, zumindest in den Ybbstaler Betrieben, wieder halbwegs Normalität eingekehrt.

Der Tourismus spielt für Gulaschwirtin Ursula Prosini eine große Rolle. Immerhin liegt sie mit ihrem Gasthaus in St. Georgen am Reith direkt am Ybbstalradweg. Dass die Leute wieder vermehrt im Inland urlauben, kommt ihr zugute.

„Die ersten zwei Ferienwochen war es noch etwas ruhig. Das lag vermutlich auch am Wetter“, erzählt sie. In den letzten Tagen nahm die Frequenz aber deutlich zu. „Jetzt läuft es so richtig. Sehr viele Radfahrer und Ausflügler, und natürlich auch Stammgäste, die uns nicht vergessen haben, kommen zu uns“, ist Prosini zufrieden. Kurz war in der Vorwoche sogar das Gulasch aus. Schnell wurde nachgekocht und jetzt läuft alles wie am Schnürchen.

„Eigentlich ist es wie immer. Der Sommer ist extrem stark, weil auch viele Touristen da sind. Ich kann also nicht jammern.“ Schlosswirt Andreas Plappert, Waidhofen

Auf die Gästeregistrierung vergisst die Wirtin trotz Stress aber nicht. „Die meisten füllen das auch ohne Probleme aus. Sie wissen ja, dass sie geimpft, genesen oder getestet sein müssen. Wenn ein Radfahrer Durst hat und auf den Test vergessen hat, haben wir auch Tests vor Ort. Das ist zwar eine Ausnahme, aber ich will ja auch niemanden wegschicken“, informiert Prosini.

Dennoch: Vom Gefühl her war im Vorjahr zu dieser Jahreszeit sogar mehr los. „Ich glaube, dass heuer doch einige Leute ins Ausland fahren, die letztes Jahr noch in Österreich geblieben sind. Durch die Delta-Variante könnte sich das jetzt wieder umkehren“, vermutet die Gulaschwirtin. Denn genau das haben ihr auch schon einige Gäste gesagt.

„Ich hoffe einfach nur, dass wir geöffnet bleiben. Die Lockdowns waren schon mühsam“ Ursula Prosini

„Sie bleiben lieber in Österreich und machen in der Heimat Urlaub.“ Aber apropos Delta-Variante. Ob diese den Wirten bald wieder den Riegel vorschieben könnte, kann sie nicht beantworten. „Ich hoffe einfach nur, dass wir geöffnet bleiben. Die Lockdowns waren schon mühsam“, betont Prosini.

Über einen Gästemangel kann sich auch Schlosswirt Andreas Plappert in Waidhofen nicht beklagen. „Bei uns funktioniert es gottseidank extrem gut. Wir haben ein gutes Geschäft“, sagt er. Die Gästeregistrierung nehmen die Kunden (trotz Verlängerung) ohne Probleme wahr, genauso wie das Einhalten der 3-G-Regel. Da wird auch vor Ort nachgefragt. „Bis auf die Stammgäste, wo wir schon wissen, dass sie geimpft oder genesen sind. Ich schätze, dass auch schon 80 Prozent meiner Gäste geimpft sind“, erzählt Plappert.

Bis auf diese beiden Punkte empfindet er den Gastrobetrieb in seinem Restaurant als normal. „Eigentlich ist es so wie immer. Der Sommer ist extrem stark, weil auch viele Touristen da sind. Ich merke in Wahrheit gar nicht viel, also kann ich nicht jammern“, meint er. Sollte es in Richtung Herbst wieder zu Verschärfungen oder gar einem Lockdown kommen, ist der Schlosswirt vorbereitet. „Wir wissen ja schon, was dann zu tun ist. Dann wird wieder mehr abgeholt. Wir sind jedenfalls für alle Eventualitäten gerüstet.“

Volle Tische findet man auch im Gasthaus am Grasberg vor. Die Verlängerung der Gästeregistrierung tut weder Wirt noch Gast weh. „Uns geht‘s gut. Da gibt es gar keine Beschwerden. Wir kontrollieren sehr streng, und zwar jeden Gast. Und das ist auch für die Gäste in Ordnung“, sagt Maria Hochbichler im NÖN-Telefonat.

Für die Registrierung greift die Familie auf Zettel zurück, eine App gibt es nicht. „Das passt auch für alle so.“ Die Saison beschreibt die Wirtin als durchwachsen. Nicht nur Österreicher kommen nach Waidhofen, sondern auch Schweizer, Holländer und Belgier bestellen Schnitzel und Schweinsbraten am Grasberg.

Personalmäßig ist der Betrieb den Umständen entsprechend gut aufgestellt. „Wir sind schon immer auf der Suche. Man muss ja auch vorausschauend sein. Durch Mundpropaganda haben wir für die Ferien zusätzliches Personal gefunden und unser Stammpersonal haben wir auch“, ist Hochbichler zufrieden und verrät, dass ihr Personal jedes zweite Wochenende frei bekommt. „Das ist sicher ein Pluspunkt für uns als Arbeitgeber.“

Umfrage beendet

  • Seid Ihr schon wieder auf den Gastro-Geschmack gekommen?