Waidhofen/Ybbs: Sykora übernimmt Milchbar

Ex-Skirennläufer eröffnet Lokal in Waidhofen. Burger, Wraps, Bowls und Waffeln sollen junges Publikum anlocken. Schon Mitte September soll der Betrieb losgehen.

Andreas Kössl
Andreas Kössl Erstellt am 18. August 2021 | 05:59
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Ex-Skirennläufer Thomas Sykora wird nach Pasching und Wien nun auch in Waidhofen ein Lokal eröffnen. Dafür pachtet er die Milchbar von der Familie Hartner. Mit Burgern, Wraps, Bowls und Salatvariationen sowie Waffeln richtet man sich an eine junge Zielgruppe.
Foto: Kössl

Seit Jahrzehnten ist die Milchbar eine Institution in Waidhofen. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben in dem zwischen Graben und Hohem Markt gelegenen Lokal ihre Freistunden und so manchen Nachmittag verbracht. Seit dem Lockdown im Herbst hat der von der Familie Hartner geführte Gastrobetrieb jedoch seine Pforten geschlossen.

Das wird sich nun bald wieder ändern. Thomas Sykora wird der Milchbar zusammen mit seiner Frau Verena neues Leben einhauchen. Vor fünf Jahren ist der Ex-Skirennläufer bereits als Gastronom tätig geworden. Mittlerweile leitet er als Franchisenehmer zwei Lokale der Restaurantkette My Indigo in Pasching und Wien.

„Ich habe zuletzt immer schon Augen und Ohren offen gehalten, wo man in Waidhofen das My-Indigo-Konzept umsetzen könnte“, sagt Sykora. „Ein Freund hat mir dann vor unserem Urlaub im Juli gesagt, dass die Milchbar freisteht, und mich gefragt, ob mich das nicht inte ressieren würde.“

„Die Milchbar ist ein Teil von Waidhofen. Es freut mich, dass wir diese Tradition fortführen dürfen.“ Thomas Sykora

Zur Milchbar hat der zweifache Slalom-Weltcup-Sieger, der in Waidhofen die HAK besucht hat und mittlerweile mit seiner Familie in Ybbsitz lebt, ein ganz besonderes Verhältnis. „Schon während meiner Schulzeit hab ich hier viele wunderbare Stunden verbracht“, erzählt er. „So bin ich mit Hannes Trinkl des Öfteren im Gastgarten bei einem Glas Erdbeer- oder Bananenmilch gesessen und habe das wunderbare Ambiente der Altstadt genossen. Die Milchbar ist einfach ein Teil von Waidhofen. Es freut mich sehr, dass wir diese Tradition nun mit einem modernen Stil fortführen dürfen.“

Wenn genug Personal: Start am 15. September

Wunschtermin für die Eröffnung des neuen Lokals ist der 15. September. Ob der Termin jedoch hält, ist abhängig davon, ob auch rechtzeitig genügend Personal gefunden wird. Gesucht werden Kellnerinnen und Kellner. „Wir würden heuer gerne noch den einzigartigen Gastgarten nutzen“, sagt Sykora. Sollte es sich personalbedingt nicht mehr ausgehen, peilt man den 1. Oktober für den Start an.

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten ließ sich das My-Indigo-Konzept auf die Milchbar nicht umlegen. Dennoch soll in den Räumlichkeiten nun ein junges, hippes Lokal entstehen. Bei den Speisen setzt man hauptsächlich auf Burger und Wraps – mit Fleisch ebenso wie vegane – dazu kommen Bowls und Salate. Um ausgiebig brunchen zu können, gibt es verschiedene Frühstücke.

Für Naschkatzen hält man unterschiedlichste Waffel-Variationen parat. Bei Brot, Gebäck und Mehlspeisen kooperiert man mit der Familie Hartner. Deren Eis wird weiterhin im Durchgang verkauft. Alle Speisen wird es auch als Take-away geben. Als Abholbereich wird das bisherige Entree dienen. Ins Lokal selbst gelangen die Gäste künftig über den Gastgarten.

Vorerst als Pop-Up-Store

„Es handelt sich um einen Pop-up-Store“, stellt der neue Milchbar-Pächter klar. „Dadurch, dass wir uns so kurzfristig entschlossen haben, das zu machen, ist es einfach nicht möglich, vor der Eröffnung noch große bauliche Veränderungen vorzunehmen.“ Diese sollen dann im Spätwinter folgen. Für den Anfang wird das neue Lokal von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 16 Uhr und am Samstag von 8 bis 13 Uhr geöffnet haben. In weiterer Folge wird auch ein Abendbetrieb angepeilt.

„Was mich besonders freut, ist, dass es sich bei diesem Lokal um einen Familienbetrieb handeln wird“, sagt Sykora. „Meine Frau und meine Kinder sind voll bei der Sache dabei. Wir haben Spaß, hier etwas zu entwickeln und aufzubauen.“

Fallen wird der Name „Milchbar“. Stattdessen wird das Lokal mit großer Wahrscheinlichkeit „Momo“, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Michael Ende, heißen. „Wir haben diese Geschichte immer unseren Kindern vorgelesen. Sie handelt davon, wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen. Darum soll es auch in unserem Lokal gehen. Die Leute sollen sich hier treffen, miteinander reden und sich Zeit füreinander nehmen.“

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