Windhagerwirt sperrt zu. Einziges Gasthaus im Ort schließt. Yvonne und Ernst Farfeleder machen mit 31. März 2015 den Windhagerwirt dicht. Ärger über Konkurrenz durch Vereine.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 27. Oktober 2014 (11:13)
NOEN, Hochpöchler
Am 1. Juni 2012 übernahmen Yvonne und Ernst Farfeleder (l.) den Windhagerwirt von Corinna und Christoph Schaumberger. Ende März 2015 machen sie die Tore der idyllisch gelegenen Gaststätte nun wieder dicht.

Mit 1. Juni 2012 übernahmen Yvonne und Ernst Farfeleder den Windhagerwirt als Pächter von Corinna und Christoph Schaumberger. Mit einem Bieranstich wurde die Neuübernahme bei strahlend schönem Wetter gebührend gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Windhag und Waidhofen feierten mit dem Neo-Wirtepaar. Damals sah es so aus, als sei die Zukunft des Traditionswirtshauses damit auf längere Zeit gesichert.

„Es hat sich einfach nicht gerechnet“

Nun ist die Zukunft des einzigen Gastronomiebetriebs im Ort wieder ungewiss. Mit 31. März 2015 schließt das Wirteehepaar Farfeleder die Pforten des Gasthauses. „Es hat sich einfach nicht gerechnet“, so Ernst Farfeleder. Obwohl die Zahl der auswärtigen Besucher in den vergangenen zweieinhalb Jahren kontinuierlich gestiegen sei, sei das Wirtshaus von der Dorfbevölkerung nicht ausreichend angenommen worden.

Ein Problem sei auch die Konkurrenz, die der Gastronomie generell durch die Vereine erwachse, so Farfeleder weiter. Diese würden sowohl intern als auch extern immer mehr ausschenken. „Während ich als Wirt jeden Euro versteuern muss, dürfen die Vereine dies aber steuerfrei tun“, empört sich der Gastronom. „Das ist nicht fair.“

„Allen Wirten bereiten die Vereinsfeste Probleme“

Dabei seien es weniger die Vereinsfeste, die ihm sauer aufstießen, sondern vielmehr der Ausschank in den Vereinsheimen. „Dadurch geht keiner mehr ins Wirtshaus“, so Farfeleder und sieht die Politik hier gefordert, etwas zu ändern. „Seitens der Politik sollte auf die Wirthauskultur generell mehr Wert gelegt werden“, sagt er.

„Wenn man mit Wirtsleuten redet, so zeigt sich, dass es allen ähnlich geht“, ergänzt Wirtin Yvonne Farfeleder. „Allen Wirten bereiten die Vereinsfeste Probleme.“

Jausenstation bis zur Schließung 2015

Bis der Windhagerwirt schließlich mit 31. März 2015 endgültig seine Pforten dicht macht, bleibt er als Jausenstation noch erhalten. Seit 1. Oktober ist diese Jausenstation nun von Donnerstag bis Sonntag in Betrieb. Auf der Speisekarte finden sich neben einer kalten Jause auch weiterhin kleine warme Speisen. Für Feiern oder angemeldete Gruppen ab zehn Personen wird nach wie vor ausgekocht.