Lösung für Tierpark. Gemeinderat I / Gemeinderat beschließt im nicht öffentlichen Teil neue Struktur für finanziell angeschlagenen Naturpark Buchenberg.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 30. Juni 2014 (12:46)
NOEN, Kössl
Der Naturpark Buchenberg wird organisatorisch neu aufgestellt. SPÖ und Liste FUFU sind mit der gefundenen Lösung nicht einverstanden. Foto: Kössl
Am Montag vergangener Woche stand die Zukunft des Naturparks Buchenberg auf der Tagesordnung des Waidhofner Gemeinderats – allerdings im nicht öffentlichen Teil der Sitzung.

Wirtschaftsprüfung stellte organisatorische Mängel fest

Der finanziell angeschlagene Natur- und Wildpark war in die Schlagzeilen gekommen, nachdem im Zuge einer Prüfung durch den Kontrollausschuss Ungereimtheiten bezüglich des Firmengeflechts und der Zahlungsflüsse aufgetaucht waren. Da sich der Kontrollausschuss außerstande sah, alle offenen Fragen zu beantworten, wurde eine Wirtschaftsprüfung eingeleitet.

Diese habe schließlich organisatorische Mängel im Zusammenspiel zwischen der Stadt, dem Verein und der Naturpark-Betriebs GmbH zutage gebracht, heißt es in einer Aussendung der Stadt Waidhofen.

Aus diesem Grund wurde nun vom Gemeinderat eine Neuorganisation des Tourismusbetriebs beschlossen. Die Konstruktion mit dem Verein beziehungsweise der nachfolgenden Gesellschaft habe in der Vergangenheit ihre Berechtigung gehabt, mittlerweile sei der Betrieb aber so stark gewachsen, dass eine Neuorganisation nötig sei, sagt Bürgermeister Wolfgang Mair.

Neuer Beirat als Mitsprache- und Kontrollmöglichkeit

„Wir haben uns deshalb intensiv damit auseinandergesetzt, wie wir diesen für die Stadt so wichtigen touristischen Leitbetrieb organisatorisch neu aufstellen können, dass er weiterhin zur Wertschöpfung für die Stadt beiträgt.“ Die nun erarbeitete Struktur scheine dafür geeignet. Künftig soll es eine klare Trennung hinsichtlich Aufgaben und personeller Zusammensetzung zwischen Naturpark-Betriebs GmbH und Unterstützungsverein geben.

Der Verein wird mit neuen Statuten zu einem reinen Unterstützungsverein und ist von allen operativen Verpflichtungen entbunden. Der Gemeinderat erhält durch einen Beirat, mit dem alle relevanten wirtschaftlichen und strategischen Schritte abgestimmt werden müssen, eine Mitsprache- und Kontrollmöglichkeit.

Der eintrittspflichtige Erlebnisbereich und der frei zugängliche öffentliche Spielplatz werden getrennt. Die Softball-Schießanlage wird vom Spielplatz entfernt und die Almbar wird wieder als Aussichtswarte geöffnet. Weiters soll es verstärkt tierärztliche Kontrollen geben, um eine artgerechte Haltung sicherzustellen.

Beschlossen wurde auch die Karenzierung von Naturpark-Betriebs-GmbH-Geschäftsführer Andreas Plachy als Magistratsbediensteter. Plachy hat am Magistrat Waidhofen die Leitung des Bereichs Umwelt, Agrar und Forst über. Ab 1. August gibt er diese ab. Er soll sich künftig voll auf die Geschäftsführung der Naturpark-Betriebs GmbH konzentrieren können.

Stadtförster Plachy am Magistrat karenziert 

Die Personalkosten von Andreas Plachy als Geschäftsführer der Betriebs GmbH werden von der Stadt in Form einer erhöhten Subvention getragen. Dieser Beschluss sei ein fauler, aber notwendiger Kompromiss, sagt UWG-Mandatar Michael Elsner. „Wir hätten lieber eine neue Geschäftsführung gehabt.“

Aufgrund der Eigentumsverhältnisse könne Plachy aber als Gesellschafter nicht abberufen werden. Nur ein Konkurs würde dieses Verhältnis beenden. Dieses Szenario sei aber für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden, da dann eine Haftung über rund 150.000 Euro schlagend werde. Schadensbegrenzung sei deshalb angesagt.

SPÖ und FUFU stimmten gegen Neuorganisation

Die UWG stimmte deshalb der Neuorganisation im Gemeinderat zu. Anders die SPÖ und die Liste FUFU. Beide Fraktionen stimmten der Neuorganisation nicht zu. Sie bekritteln, dass bei dieser Karenzierungslösung trotz Bezügeentfall die Personalkosten bei der Stadt blieben, da man das Gehalt des Buchenberg-Geschäftsführers in Form einer Subvention übernehme, gleichzeitig aber der frei gewordene Magistratsbereich neu besetzt werden müsse, was zu zusätzlichen Kosten führe.

Die Lösung sei nicht der Weisheit letzter Schluss, so SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker. „Wir wissen nicht, ob die Situation dadurch besser wird; gleichzeitig kommen höhere Kosten auf die Stadt zu.“ Man sehe zwar die Vorteile wie den neu geschaffenen Beirat oder den Abschluss eines Betreuungsvertrags mit einem Tierarzt, so Martin Dowalil, aus finanziellen Gründen könne man dem aber nicht zustimmen.