FPÖ Waidhofen/Ybbs: Gegen Baulobby und für Wirte

Erstellt am 20. Januar 2022 | 06:49
Lesezeit: 4 Min
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Christoph Huber, Franz Streßler, Josef Gschwandegger und Bernhard Ritt stellen sich am 30. Jänner für die FPÖ Waidhofen der Wahl.
Foto: Kössl
FPÖ möchte Verbauung im Stadtgebiet stoppen und Traditionsgasthäuser erhalten. Corona-Maßnahmen und Ausländer sind ihr ein Dorn im Auge.
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Personell gänzlich neu aufgestellt geht die FPÖ am 30. Jänner mit acht Männern und zwei Frauen bei der Gemeinderatswahl ins Rennen. Wie die NÖN berichtete, haben die beiden bisherigen blauen Gemeinderatsmandatare Karl-Heinz Knoll und Dieter Bures der Partei mittlerweile den Rücken gekehrt und sind ausgetreten.

Angeführt werden Waidhofens Freiheitliche nun vom 54-jährigen ÖBB-Bediensteten Josef Gschwandegger, der in der Vergangenheit schon als geschäftsführender Waidhofner FPÖ-Obmann tätig war. Danach folgen auf den Listenplätzen zwei bis vier mit Jurist Christoph Huber (54), Lkw-Fahrer Richard Thunshirn (48) und Landwirtin Claudia Wailzer (49) Polit-Neulinge. An fünfter Stelle tritt Bundesheer-Vizeleutnant Mathias Wutscher (47), der schon vor fünf Jahren auf der Liste stand, an.

Am Dienstag der Vorwoche lud die FPÖ ins Gasthaus zum Halbmond, um zwei weitere Kandidaten vorzustellen und ihr Programm für Waidhofen zu präsentieren. Gemeinsam mit Gschwandegger, Huber und dem geschäftsführenden FPÖ-Bezirksparteiobmann Alexander Schnabel saß da Tischlermeister Bernhard Ritt (41) auf der Wirtshausbank. Er tritt auf Listenplatz neun an. Hinter dem Tresen stand Franz Streßler. Der 62-jährige Malermeister, der die Waidhofner Wirtshäuser Zum Halbmond und Schwarzer Bär übernommen und wiederbelebt hat, kandidiert für die FPÖ auf Platz sieben. Streßler, der bereits zwei Perioden für die FPÖ im Gemeinderat von St. Peter/Au saß, hat sich bewusst für einen hinteren Listenplatz entschieden. Seine Kandidatur sieht er als „Unterstützung einer Bewegung, hinter der er steht“.

Weitere Corona-Demo in der Innenstadt geplant

Der Wahlkampf der Freiheitlichen steht unter dem Motto „Freiheit wählen“. Dies sei eine Ansage gegen die „scharfen Corona-Maßnahmen“ der Bundesregierung, die bereits „autokrate Züge“ annehmen würden, meinte Bezirksparteiobmann Schnabel. „Der Lockdown für Ungeimpfte ist keine Lösung. Man muss damit aufhören, Leute einzusperren.“ Man dürfe die Leute nicht in die Nadel treiben, wetterte auch Gschwandegger gegen die angedachte Impfpflicht. Um ihrem Unmut über die Corona-Maßnahmen Ausdruck zu verleihen, lädt die FPÖ am Samstag, 22. Jänner, zu einer weiteren Demo in die Innenstadt.

Von der Impfskeptiker-Partei MFG möchte sich die FPÖ jedoch scharf abgrenzen. „Die MFG fordert eine Mindestsicherung auch für Asylwerber“, sagte Schnabel. „Damit ist sie für mich eine Linkspartei.“ Spitzenkandidat Gschwandegger stößt in diesem Zusammenhang auf, dass den Kunstrasenplatz bei der Waidhofner Sporthalle immer mehr Menschen mit nichtösterreichischen Wurzeln nutzen. „Ich unterstütze das Fußballspielen voll und ganz, aber man kann da fast nicht mehr spielen, weil der Platz ständig von irgendwelchen Gruppen von Zugezogenen belegt ist“, meinte er.

Abseits von Corona und dem Ausländerthema möchte sich die FPÖ in Waidhofen für eine kostenlose Nachmittagsbetreuung in Kindergärten und Schulen sowie eine Erhöhung von Heizkostenzuschuss und Schulstartgeld einsetzen. Dafür müsse auf Prestigeprojekte verzichtet werden, hielt Gschwandegger fest und nannte das angedachte Wohnprojekt beim Lokalbahnhof und den geplanten Radweg auf Waidhofner Seite Richtung Gstadt als Beispiele. „Dieser Radweg ist Nonsens. Dass er auf der Trasse der ehemaligen Citybahn errichtet wird, ist ein No-Go.“

Zu wenig konkret ist der freiheitlichen Nummer eins der beta campus auf der Zell. „Man weiß nicht, was dieses Projekt sein wird und bringen soll“, sagte er und forderte stattdessen die Umsetzung einer Fachhochschule am Standort, um die Jugend in der Region zu halten und der Abwanderung entgegenzuwirken.

Weiters spricht sich die FPÖ gegen weitere Bodenversiegelung aus. „Die Verbauung am Moos und am Rabenberg gehört gestoppt. Die Grünflächen sollen erhalten bleiben“, hielt Gschwandegger fest. Auch dem angedachten Wohnbauprojekt am Kinoparkplatz kann er nichts abgewinnen. „Waidhofen hat über 130 leer stehende Wohnungen und trotzdem werden weiter neue gebaut. Das kann nicht sein“, meinte er. Der Baulobby dürfe nicht freie Hand gewährt werden.

Ein Anliegen ist es der FPÖ, die Traditionsgasthäuser in der Stadt zu erhalten. Die Gemeinde solle da unterstützend wirken. Gastronom Streßler regte an, die Schanigartengebühr, die in der Corona-Pandemie nun ausgesetzt wurde, überhaupt zu erlassen. „Durch Umschichtungen im Budget sollte dies möglich sein“, meinte er. „Es wird so viel Geld rausgehauen, wie etwa für diese Studie für den Hohen Markt, die dann im Sand verlaufen ist.“

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