Hollensteiner Unternehmer als neue politische Kraft. Hollensteiner Unternehmer Andreas Schneiber will Absolute brechen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 24. Dezember 2019 (05:13)
Mit der Liste faires Hollenstein tritt der Hollensteiner Andreas Schneiber bei der Wahl an.
privat

Eine Überraschung gab es am vergangenen Mittwoch in Hollenstein. Bis dahin mussten nämlich die Listen für die anstehende Gemeinderatswahl im Jänner am Gemeindeamt abgegeben werden. Dabei stellte sich heraus, dass neben SPÖ und ÖVP noch eine dritte Liste in der Gemeinde antreten wird. Unter dem Namen „Liste faires Hollenstein“ geht Unternehmer Andreas Schneiber mit sieben Mitstreitern ins Rennen um Gemeinderatsmandate.

„Absolute Mehrheiten in Land, Bund oder Gemeinden sind Einbahnstraßen, auf denen am Ende die breite Masse verliert. Seit 50 Jahren hat die SPÖ in Hollenstein nun schon die Alleinherrschaft. Unser Ziel ist es, die Absolute zu brechen“, sagt der 54-jährige Schlossermeister, der seit 26 Jahren mit seinem Anlagen- und Sondermaschinenbaubetrieb in Hollenstein tätig ist, über seine Motivation, politisch aktiv zu werden. Schneiber stellt klar, dass er nie irgendwo Parteimitglied gewesen sei. „Mir geht es darum, die Absolute zu brechen – ganz egal, ob die jetzt die SPÖ oder die ÖVP innehat. Denn erst, wenn das gelingt, gibt es ein Miteinander der Fraktionen im Gemeinderat. Erst dann sind wirkliche Diskussionen notwendig und braucht es einen Konsens, um Entscheidungen zu treffen.“

„Mir geht es darum, die Absolute zu brechen – ganz egal, ob die jetzt die SPÖ oder die ÖVP innehat.“Andreas Schneiber, Liste faires Hollenstein

Mitstreiter zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen, berichtet der Neo-Politiker. Einige hätten kalte Füße bekommen und seien wieder abgesprungen. Dennoch ist es Schneiber gelungen, eine Gruppe namhafter Hollensteiner Persönlichkeiten um sich zu scharen. Der Unternehmeranteil ist hoch. So geht auf Listenplatz zwei Ziviltechniker David Steinbacher ins Rennen, auf Platz drei kandidiert Busunternehmer Christian Rettensteiner und auf Listenplatz vier Anlagenmonteur Günter Sonnleitner.

„Ich wollte Leute mit Hausverstand und einer eigenen Meinung, zu der sie stehen, die aber auch andere Meinungen akzeptieren können und so fähig sind, im Dialog gemeinsame Lösungen zu finden“, sagt der Listenerste. „Das ist mir mit dieser Liste gelungen.“ Wie viele Mandate bei der Wahl drinnen sind, traut sich Schneiber nicht zu sagen. „Drei wären aber eine absolute Sensation.“

Als Querulant wolle er nicht gelten, stellt der Unternehmer klar. Geärgert hätten ihn aber die Vorgänge rund um die Sanierung des Gemeindeamtes. So habe eine Stahlbaukonstruktion auf der Baustelle miserable Schweißverbindungen aufgewiesen, sagt er. Seitens der Gemeinde sei sein Hinweis darauf aber ignoriert worden. Auch dass bei der Auftragsvergabe keine Hollensteiner Unternehmen zum Zug gekommen seien, stößt ihm sauer auf. Diesem Ärger habe er mit einem Plakat Luft gemacht, woraufhin er von einem Gemeindebediensteten lautstark zurechtgewiesen worden sei. Da sei sein Entschluss gefallen, eine Bürgerliste für die Gemeinderatswahl zu gründen.

„Ich schätze Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer sehr, denn sie vertritt unsere Gemeinde perfekt nach außen“, sagt Schneiber. „Leider ziehen aber in der Gemeinde ein paar Personen die Fäden und der Rest wird ausgegrenzt. Die jahrzehntelangen parteipolitischen Grabenkämpfe von Rot und Schwarz missfallen mir schon lange.“