Waidhofen/Ybbs: Josef Gschwandegger ist neue Nummer Eins

Überraschung: Josef Gschwandegger, nicht Karl-Heinz Knoll, führt FPÖ im Jänner in die Wahl.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 06:01
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Zur Pressekonferenz lud die FPÖ des Bezirks am vergangenen Donnerstag in ihr Parteibüro nach Amstetten, um ihren Spitzenkandidaten für die Waidhofner Gemeinderatswahl im Jänner zu präsentieren. Dabei kam es zu einer Überraschung: Nicht Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Knoll, sondern Josef Gschwandegger saß da neben dem geschäftsführenden FPÖ-Bezirksparteiobmann Alexander Schnabel. Dabei hatte Knoll noch im Oktober im NÖN-Interview angekündigt, die Waidhofner FPÖ auf Listenplatz eins in die Wahl führen zu wollen.

„Karl-Heinz Knoll befindet sich weiterhin im FPÖ-Team für die Waidhofner Gemeinderatswahl“
Alexander Schnabel

Von Knolls Ankündigung seien sie überrascht gewesen, sagen Schnabel und Gschwandegger. Einen dahingehenden Beschluss habe es nie gegeben. Die Entscheidung für einen neuen Spitzenkandidaten sei danach auf Landesebene gefallen. Innerparteiliche Streitereien oder Missmut gebe es aber nicht, wird betont. Auch dass Knoll zuletzt gemeinsam mit allen anderen Waidhofner Parteienvertretern für das Corona-Impf- und Testangebot in der Statutarstadt warb, sei nicht ausschlaggebend gewesen. „Karl-Heinz Knoll befindet sich weiterhin im FPÖ-Team für die Waidhofner Gemeinderatswahl“, betont Schnabel.

Knoll bestätigt das. Auf welchem Listenplatz er kandidieren wird, weiß er noch nicht. Bei dem NÖN-Gespräch sei noch kein anderer Kandidat im Gespräch gewesen, sagt der langdienende Gemeinderat. „Ich bin damals davon ausgegangen, dass ich das machen werde. Man kann aber nicht immer der Erste sein.“ Eine gewisse Enttäuschung kann Knoll aber nicht verhehlen. „Es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen. Ich bin davon überzeugt, dass man in der Kommunalpolitik vieles nur bewegen kann, wenn man einen gemeinsamen Nenner findet.“

FPÖ geht mit Unabhängigen ins Rennen um Mandate

Die neue freiheitliche Nummer eins steht da sicher für einen kantigeren FPÖ-Kurs, als ihn Knoll pflegte. Der 54-jährige ÖBB-Bedienstete Gschwandegger ist seit 1986 „überzeugter FPÖler“, wie er sagt. „Damals war Jörg Haider in Waidhofen. Er hat die Sorgen des kleinen Mannes angesprochen, das hat mir sehr imponiert.“ Seit zwölf Jahren ist der Vater zweier erwachsener Kinder auch Parteimitglied. Zwischenzeitlich fungierte er sogar als geschäftsführender Waidhofner FPÖ-Obmann. Im Gemeinderat war er bislang nicht vertreten. Für Schnabel ist Gschwandegger der „klassische Wirtshauspolitiker“. Man werde einen direkten und pikanten Wahlkampf führen, kündigte der Bezirksobmann an. Die Partei wird als FPÖ und Unabhängige ins Rennen gehen.

„Wir können da nicht mehr zuschauen. Der Bürger wird nicht mehr gehört.“ Josef Gschwandegger

„Wir müssen ein anderes Programm fahren“, sagt Gschwandegger. Ein Dorn im Auge sind ihm die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. „Wir können da nicht mehr zuschauen. Der Bürger wird nicht mehr gehört.“ Auch die geplante Covid-Impfpflicht stößt den beiden FPÖ-Politikern sauer auf. „Die Leute sollen frei entscheiden können, ob sie sich impfen lassen“, sagt Schnabel, der wie Gschwandegger genesen ist.
Um ihren Forderungen hinsichtlich der Corona-Maßnahmen Nachdruck zu verleihen, lädt Gschwandegger am 12. Dezember unter dem Titel „Freiheit ist wählbar“ zu einer Demonstration in Waidhofen.