Waidhofner SPÖ: „Wir wollen stärker werden“

Mit sechs Frauen und 16 Männern tritt die Waidhofner SPÖ zur Gemeinderatswahl am 30. Jänner an. Armin Bahrs Ziel: „Wir wollen aus der Talsohle kommen!“

Erstellt am 12. Januar 2022 | 03:30
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Die Waidhofner Sozialdemokraten (SPÖ) haben bei der Gemeinderatswahl 2017 ihr historisch schlechtestes Ergebnis seit dem 2. Weltkrieg eingefahren. Nach 23,3 % der Wählerstimmen von 2012 sackte die SPÖ auf 15,5 % in der Wählergunst ab und büßte damit vier ihrer zehn Mandate und einen ihrer drei Stadtsenatssitze ein.

Hierauf zog sich der glücklose Spitzenkandidat Martin Reifecker aus der Politik zurück und übergab Armin Bahr Parteivorsitz und Vizebürgermeisteramt. Nun tritt die Partei mit einem runderneuerten Team zur Wahl am 30. Jänner an.

„Zusätzlich zu den sechs bewährten Gemeinderäten finden sich auf den ersten 14 gleich acht neue junge Gesichter“, sagt Armin Bahr, wobei Michael Niedl auf dem sicheren sechsten Listenplatz gereiht ist. Der Student und Milizsoldat, der sich in den vergangenen zehn Jahren als Pfarrgemeinderat der Stadtpfarre einen Namen gemacht hat, will sich vorrangig der Themen Jugend und Innenstadt annehmen. „Es muss eine Stimme für de Jugend geschaffen werden“, sagt er. Er will mehr Raum für Popularkultur, mehr Platz für Schanigärten und einen Open-Stage-Bereich in der Innenstadt für junge Musikgruppen schaffen. Listenführer und Vizebürgermeister Armin Bahr, dem „als Zugewanderter Waidhofen ein Herzensanliegen ist“, sieht Handlungsbedarf vor allem in Hinblick auf die Abwanderungsgemeinde Waidhofen. „Wir müssen Anreize schaffen, dass die Jugend nach der Ausbildung oder nach dem Studium wieder zurück nach Waidhofen siedelt“, sagt Bahr.

Um dafür Anreize zu schaffen, bedürfe es einer gezielten Leerstandserhebung in der Innenstadt, der Schaffung von Shared Spaces und der Forcierung von Kinderbetreuung.

Sozialarbeit als Schlüssel für Chancengleichheit

Für Katharina Bahr, die hinter ihrem Mann und nach Langzeitmandatar Erich Leonhartsberger sowie Gabriele Weber auf Listenplatz 4 kandidiert, ist Sozialarbeit der Schlüssel für Chancengleichheit. Als zentrale Anliegen formuliert sie den Ausbau der Nachmittagsbetreuung, betreutes Wohnen und die Schaffung von Anreizen für ökologisches Handeln.

Den Slogan, wonach Waidhofen eine „Stadt voller Möglichkeiten“ sein soll, erweitert sie um den Nachsatz: „voller Möglichkeiten, aber für alle“ und pocht damit auf soziale Gerechtigkeit.

gemeinderatswahl waidhofen
Foto: NÖN

Beim Thema Wahlziel möchte sich Armin Bahr nicht festlegen. Nur soviel lässt er sich abringen: „Wir wollen stärker werden und aus der Talsohle herauskommen.“ Ein Mandatsgewinn würde den auf Listenplatz 7 und damit auf dem „Kampfmandat“ sitzenden Jürgen Sonneck in den Gemeinderat zurückbringen. Er war bereits in der vorletzten Periode für die SPÖ im Stadtparlament.

Ob es ein Ziel ist, die absolute Mehrheit der Waidhofner Volkspartei, die derzeit 26 der 40 Gemeinderatssitze innehat, ins Wanken zu bringen? Armin Bahr: „Ich sehe es nicht als erstes Ziel, die Absolute der WVP} zu brechen.“ Vielmehr hoffe er, dass die Wähler die Arbeit der SPÖ anerkennen. „Wir haben die fünf Jahre intensiv gearbeitet. Nun hoffen wir, dass unsere Arbeit Früchte trägt“, sagt er.

Klinkenputzen will man in den verbleibenden drei Wochen nicht. Bahr: „Das lässt die Corona-Situation nicht zu.“

Die aktuelle Plakatserie der SPÖ Waidhofen ist jedenfalls ganz auf den Spitzenkandidaten zugeschnitten, wenn es dort heißt: Die SPÖ ist „wähl-Bahr“, „herzeig-Bahr“, „erneuer-Bahr“, „verein-Bahr“ oder „bewohn-Bahr“, und das SPÖ-Team preist sich in Summe in den Foldern, die im Wahlkampf zur Verteilung kommen, als Dream-Team an.