Sporthalle Waidhofen an der Ybbs wird erhöht. 70er-Jahre-Sportstätte wird Volleyball-wettkampftauglich gemacht. Fokus bei Umbau auf ökologische Bauweise: Hanf-Dämmung und extensive Begrünung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. Februar 2021 (04:24)
Bernd Wiltschek (Bundesimmobiliengesellschaft), Herwig Wolloner (BIG), Bürgermeister Werner Krammer, Matthias Pialek (Referat Liegenschaften am Magistrat Waidhofen) und Mario Magnes (Leiter Fachbereich Bauamt am Magistrat) (von links) gaben den Startschuss für die Generalsanierung der Sporthalle.
Magistrat

Nach einer intensiven Verhandlungszeit startete kürzlich nun die Baustelle zur Modernisierung der Waidhofner Sporthalle. Bereits im November soll die Halle in neuem Glanz erstrahlen. Das freut sowohl Schulen als auch die ortsansässigen Vereine, denn die in den 70er-Jahren erbaute Halle war bereits stark sanierungsbedürftig. Der Wunsch vieler nach einer modernen Indoor-Sportstätte wird also 2021 Realität.

„Es wird richtig Spaß machen, hier Sport zu treiben“

„Wie wir alle wissen, führte an der Sanierung der alten Sporthalle kein Weg vorbei, da diese den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Die neue Sporthalle wird alle modernen sport- und bautechnischen Anforderungen erfüllen, sich durch ihre Architektur harmonisch in die Umgebung einfügen und auch hohen ökologischen Standards gerecht werden. Es wird richtig Spaß machen, hier Sport zu treiben.“

Die Sporthalle wird im Zuge der Sanierung auf insgesamt 9,50 Meter erhöht und somit für den Volleyball-Sport wettkampftauglich. Außerdem steht eine ökologische Bauweise im Vordergrund. So werden beispielsweise für die Wärmedämmung der Fassade Hanf-Fassadenplatten eingesetzt, die eine höchstmögliche ökologische diffusionsoffene Außenwanddämmung gewährleisten sollen. Die Platten bestehen zu 89 Prozent aus Hanfstroh, einem regionalen, nachwachsenden Rohstoff.

Am Dach wird eine extensive Begrünung umgesetzt, die viele ökologische Vorteile mit sich bringt. Denn sie speichert Regenwasser und verzögert den Wasserabfluss, wodurch die öffentliche Kanalisation entlastet wird. Die natürliche Begrünung verbessert zudem das Mikroklima, da sie staubbindend, temperaturausgleichend, luftfeuchtigkeitsregulierend und schadstoffbindend ist.

Im Parkplatzbereich kommt das intelligente Regenwassermanagement „Drain Garden“ zum Einsatz. Das speziell auszuführende Versickerungssystem für das Oberflächenwasser hat folgende wesentliche Vorteile: rasche Wasseraufnahme, hohe Wasserspeicherfähigkeit, dezentrale Retention, Reinigungsleistung, ideales Pflanzsubstrat, Verdunstung über Bepflanzung und damit Beitrag zur Kühlung der Umgebung.

Photovoltaik-Anlage am Dach der Halle

Zusätzlich wird eine Photovoltaik-Anlage am Dach installiert und auf den Parkplätzen werden teilweise E-Ladestationen für Autos und Fahrräder aufgestellt. „Mit diesem Projekt investieren wir in die Zukunft, schaffen mehr Raum für attraktive Freizeitgestaltung sowie Bildung und zeigen, dass ökologisches nachhaltiges Bauen möglich ist“, sagt der Stadtchef.

Bauherrin des Projekts ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,137 Millionen Euro. 36,24 Prozent davon übernimmt die Stadt, der Rest entfällt auf den Bund, da die Sporthalle zum Großteil von Bundesschulen genutzt wird. Planmäßig soll die Halle bereits im November wieder betriebsbereit sein.