Startschuss für Betriebsgebiet in Gstadt

Neues Postverteilerzentrum in Gstadt soll Klimaschutzrichtlinien entsprechen.

Erstellt am 03. Dezember 2021 | 04:26
Lesezeit: 2 Min
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Gemeinderat Karl-Heinz Knoll, Stadtrat Franz Sommer, Jörg Schuschnig (Bene-Geschäftsführer), Bürgermeister Werner Krammer und Vizebürgermeister Mario Wührer (von links).
Foto: Magistrat Waidhofen

Vor Kurzem erfolgte der Startschuss für den neuen interkommunalen Gewerbepark in Gstadt. Nun ist auch bereits der erste Mieter fix. Die Post AG wird auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern ein neues Verteilerzentrum inklusive Verwaltung, räumlich getrennter Wareneingangszonen und Paketsortierung errichten. Bis zu 66 Zusteller werden am neuen Standort Platz finden.

Die Entwicklung des Gewerbeparks erfolgt in Kooperation zwischen der Stadt Waidhofen und der Wirtschaftspark Gstadt Entwicklungsgesellschaft, einer gemeinsamen Unternehmung des Grundstückseigentümers Bene GmbH und der Austro Immo GmbH, welche die Projektentwicklung verantwortet. In Zukunft werden Pakettouren, die derzeit aus dem Depot in St. Georgen am Ybbsfelde nach Waidhofen fahren, aufgelöst und direkt im neuen Standort integriert.

Insgesamt soll das neue Postzen trum 70 Arbeitsplätze bieten, wobei zehn davon komplett neu geschaffen werden. Bei der Errichtung des Gewerbeparks Gstadt sollen die gleichen ökologischen Standards wie auch schon beim Wirtschaftspark Kreilhof Anwendung finden. Vorgabe ist die Einhaltung eines nachhaltigen Energiekonzeptes, das laut Magistrat Waidhofen folgende Eckpunkte umfasst: Nutzung der Dachflächen für Photovoltaikanlagen, großzügige Begrünungselemente an Fassaden und bei Parkflächen, Nutzung des Niederschlagswassers, Fokus auf E-Mobilität und E-Tankstellen sowie keine Öl- und Gasheizungen.

Wirtschaft und Klimaschutz sollen vereinbar sein

„Wirtschaft und Natur- sowie Klimaschutz müssen kein Widerspruch sein. Mit unseren interkommunalen Betriebsgebieten zeigen wir, dass Fortschritt auch mit gutem Gewissen möglich ist und dass wir für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts an einem Strang ziehen“, so Bürgermeister Werner Krammer. Bei einer Gemeinderatssitzung Anfang November wurde die Verlegung einer Wasserleitung, die derzeit durch das geplante Betriebsgebiet verläuft, beschlossen, wie die NÖN berichtete.

Liste FUFU zweifelt an der Umsetzung der Maßnahmen

Die Liste FUFU stimmte diesem Punkt nicht zu. Laut Listenchef Martin Dowalil hatte dies mehrere Gründe. „Das Grundstück gehört bereits der Firma Bene und ist auch bereits als Betriebsgebiet gewidmet, insofern haben wir da als Stadt nur bedingt Mitspracherecht“, erklärt Dowalil. „Die Firma Bene hat dem Masterplan von Architekt Beneder zwar zugestimmt, die Stadt hat aber wenig Möglichkeiten, die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen auch

durchzusetzen.“ Das geplante Verteilerzentrum der Post AG bereitet Dowalil aus ökologischer Sicht ebenfalls eher Kopfzerbrechen: „Dort wird Schwerverkehr generiert und wir befürchten auch, dass bei den standardisierten Bauten der Post eher keine Begrünung vorgesehen ist. Außer Zupflastern wird dort leider nicht viel passieren.“ Bürgermeister Krammer entgegnet, dass sich sowohl Grundstückseigentümer als auch die angesiedelten Betriebe zu den Klimaschutzmaßnahmen bekennen würden. „So etwas funktioniert nur partnerschaftlich. Der Projektwerber hat von sich aus zugestanden, sich an unsere strengen Standards zu halten. Für das gesamte restliche Gebiet gelten die gleichen Vorschriften wie für den Wirtschaftspark Kreilhof“, meint Krammer.

Einzige Ausnahme sei eben das Postgebäude, das jedoch nur in einem Punkt die Vorgaben nicht erfüllen würde. „Die Energiekennzahl entspricht der Bauordnung, aber nicht ganz unseren schärferen Vorschriften. Aber es kommt Photovoltaik, Versickerung auf Eigengrund, Fassadenbegrünung, Grauwassernutzung und es wird auf Verbrennungsanlagen verzichtet. Die Post will auch bis 2030 ihre gesamte Flotte auf E-Mobilität umstellen.“