Ybbstal: „Wer Stoff bekommt, soll impfen gehen!“. Bisher war die Impfbereitschaft eher gering, heuer hingegen werden schon seit Sommer Impfstoffe im Ybbstal reserviert.

Von Anna Faltner. Erstellt am 23. September 2020 (05:33)
Dass die Grippeimpfung heuer ein weit prominenteres Thema ist als in den Vorjahren, bestätigt auch Apothekerin Birgit Wawronek von der Stadtapotheke Waidhofen.
Kössl

Wovor die Regierung schon seit Monaten warnt, steht nun kurz bevor: die Grippewelle. Und die Devise der Politik lautet: Impfen! Die NÖN hat nachgefragt, ob sich die Nachfrage nach Impfstoffen verändert hat. Auf die Antwort muss man nicht lange warten. Schon seit dem Sommer melden sich Kunden und Patienten, die den Impfstoff bestellen möchten.

„Das Impfen ist heuer ein Riesen-Thema“

Um diese Jahreszeit hält sich die Nachfrage nach dem Grippeimpfstoff normal noch in Grenzen. „Im Oktober fängt das dann immer an. Aber jetzt wird schon seit einem Monat reserviert. Das Impfen ist heuer ein Riesen-Thema“, sagt Apothekerin Birgit Wawronek von der Stadtapotheke Waidhofen.

Kurzfristig befürchtete sie sogar, dass sie den Bedarf ihrer Kunden gar nicht decken könnte. „Zum Glück haben wir schon sehr früh eine sehr große Menge an Impfstoffen reserviert“, ist sie zufrieden mit ihrer Entscheidung. Denn die musste sie schon vor einigen Monaten treffen. Da war es noch ungewiss, ob die Leute wirklich impfen gehen. Wawronek hat mehr als das Doppelte ihrer üblichen Menge bestellt. „Ich rechne damit, dass wir diese Menge auch brauchen werden.“ Mit Ende September erwartet sie die Lieferung in ihrer Stadtapotheke.

Impfangebot von allen Generationen genutzt

Eine Tendenz, welche Generation das Impfangebot mehr annimmt als sonst, kann die Apothekerin nicht abgeben. „Das ist quer durch. Ich kann nur sagen, dass deutlich mehr ‚Run‘ ist, als sonst“, meint sie. Mit der Entscheidung ihrer Kunden, sich dieses Jahr impfen zu lassen, ist Wawronek sehr zufrieden, immerhin predige man seit Jahren, dass die Grippe gefährlich sei und jährlich tausende Menschen daran sterben.

Dass das Thema Impfen aktuell so präsent ist, freut auch den Waidhofner Allgemeinmediziner Gerhard Gattringer. „Bisher war es eigentlich gar kein Thema. Heuer ist die Impfbereitschaft sehr hoch. Die ersten Anfragen kamen schon im Sommer“, berichtet er. Selbst legt sich Gattringer allerdings kein Lager an, in den vergangenen Jahren blieb er nämlich meist auf den Impfstoffen sitzen.

„Heuer hingegen wird es eher ein Problem werden, den Impfstoff zu bekommen. Ich sage allen, dass sie den Impfstoff gleich bestellen sollen. Wer die Möglichkeit hat, soll sich impfen lassen – egal ob Risikogruppe oder nicht“, betont er. Spannend wird es in puncto Organisation. „Wir haben aktuell eine Terminordination. Die Patienten kommen nach Absprache. Wenn zu den 40 Terminen und Covid-Verdachtsfällen noch 15 Impftermine kommen, dann wird das zur logistischen Herausforderung.“

Gattringer bekrittelt an der Causa, dass die Grippeimpfung vom Patienten selbst zu bezahlen ist – die Krankenkasse steigt da aus. „Vor allem in Pandemiezeiten wäre das nett. Manche Ärzte verlangen etwas, andere machen es gratis“, verrät er. Er rechnet mit einer besonders steigenden Impfbereitschaft in Wien. Denn dort gibt es die kostenlose Impfstraße.

Umfrage beendet

  • Werdet ihr euch heuer gegen Grippe impfen lassen?