Maria Neustift: Bauernhof wurde durch Feuer zerstört. 360 Feuerwehrleute aus Ober- und Niederösterreich in Maria Neustift im Einsatz. Vier Personen verletzt. 30 Schafe und zwei Kälber verendeten.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 16. Juni 2021 (06:01)
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19 Feuerwehren kämpften in der Vorwoche in Maria Neustift gegen die Flammen. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.
fotokerschi.at, fotokerschi.at

Zu einem Großbrand kam es am Donnerstag der Vorwoche auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Maria Neustift. Auf dem an der Grenze zu Niederösterreich auf etwa 840 Metern Seehöhe gelegenen Biobauernhof, an dem auch eine Jausenstation betrieben wird, brach im Bereich eines neu errichteten Stall- und Lagergebäudes gegen 14.30 Uhr aus bislang unbekannter Ursache Feuer aus. Dieses griff durch den herrschenden Nordostwind bald auch auf den Dachbereich des Wohntraktes über.

19 Feuerwehren aus Ober- und Niederösterreich standen mit etwa 360 Feuerwehrleuten bis in die Nacht hinein im Einsatz. Erst um etwa 23 Uhr war der Brand so weit unter Kontrolle, dass nur noch Nachlöscharbeiten notwendig waren. Diese dauerten auch am nächsten Tag noch an. Erst am Freitag gegen 15.30 Uhr konnte „Brand aus“ gegeben werden.

Wasserversorgung war große Herausforderung

Eine große Herausforderung sei die Löschwasserversorgung gewesen, berichtete der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Moosgraben, Markus Ecker, der den Einsatz leitete. Um diese sicherzustellen, legten die Einsatzkräfte drei Leitungen zu einem einen knappen Kilometer entfernten Löschteich.

Dabei musste eine Höhendifferenz von rund 120 Metern überwunden werden. Zusätzlich wurde mittels Tanklöschfahrzeugen von einem mehrere Kilometer entfernten Löschwasserbehälter im Pendelverkehr Wasser zum Einsatzort gebracht. Benachbarte Landwirte stellten mit Güllefässern zusätzliches Löschwasser bereit.

Stall und Dachstuhl brannten komplett aus

Mittels der Drehleiter der Stadtfeuerwehr Waidhofen und dem Hubsteiger der FF Weyer sowie unzähligen Rohren der Tanklöschfahrzeuge führten die Feuerwehrleute einen umfassender Löschangriff durch. Trotz des immensen Feuerwehreinsatzes brannten das Stallgebäude und der Dachstuhl des Wohntraktes jedoch komplett aus.

„Obwohl der Einsatz hoch professionell abgelaufen ist, konnten wir diese Gebäude nicht mehr retten. Das Brandgeschehen war schon zu weit fortgeschritten“, sagt Einsatzleiter Ecker und hält fest: „Einen Brandeinsatz in dieser Größenordnung hatten wir in der Gemeinde in den letzten 20 Jahren nicht mehr.“

Laut Polizeiangaben kamen auch etwa 30 Schafe und Lämmer sowie zwei Kälber bei dem Brand ums Leben. Die restlichen Tiere konnten gerettet werden.

Altbauer in Grazer Spital geflogen

Der 70-jährige Altbauer erlitt im Zuge der ersten Lösch- und Rettungsarbeiten Verletzungen unbestimmten Grades. Er wurde von einem Atemschutztrupp der Feuerwehr geborgen und nach der Erstversorgung mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Graz geflogen.

Die 90-jährige Großmutter kam zu Sturz und wurde unbestimmten Grades verletzt. Die 68-jährige Altbäuerin wurde wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Auch ein Feuerwehrmann kollabierte. Er musste von der Rettung versorgt werden.

Polizeiliche Ermittlung laufen

Nach ersten polizeilichen Ermittlungen konnte das vorsätzliche Einbringen einer Zündquelle als Brandursache ausgeschlossen werden. Weitere Erhebungen laufen. Diese würden sich aufgrund des hohen Zerstörungsgrades als schwierig gestalten, heißt es seitens der Polizei. Der Gesamtschaden liegt bei mehreren hunderttausend Euro.

Das Gehöft ist nach dem Brand unbewohnbar. Die Bewohner wurden bei Verwandten untergebracht. Die Tiere werden auf anderen Höfen versorgt.