Hollensteiner Strom aus der Trinkwasserquelle. Hollenstein plant in der Nähe der Felsenkrippe viertes Trinkwasserkraftwerk. Umsetzung im Frühjahr oder Sommer geplant.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 14. November 2020 (05:36)
Amtsleiter Wolfgang Kefer und Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer präsentieren in einem Video das neue Trinkwasserkraftwerk am Königsberg.
gda Amstetten

Die Gemeinde Hollenstein nutzt bereits seit Jahren natürliche Höhenunterschiede, um Strom zu produzieren. In ihren Quell- bzw. Trinkwasserkraftwerken nutzt sie die Fallhöhe in den Wasserleitungen, um Strom zu erzeugen. Mittlerweile ist bereits das vierte gemeindeeigene Quellwasserkraftwerk in Hollenstein in Planung.

Das Krafthaus für das vierte Quellwasserkraftwerk wird unterhalb der Felsenkrippe errichtet. Derzeit befinde man sich in der Planung, die Umsetzung wurde coronabedingt ins nächste Jahr verschoben, sagt Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer. Die Errichtung des Kraftwerks ist für kommenden Frühling oder Sommer anberaumt.

Jahresertrag auf 100.000 kWh geschätzt

Die neue Anlage erschließt eine Quelle am nordöstlichen Teil des Königsbergs, wo die Quellfassung der ehemaligen Trinkwasserversorgung nun für ein Nutzwasserkraftwerk umfunktioniert wird. Da sowohl die Quellfassung als auch die bestehende Wasserleitung für das Kraftwerk verwendet werden können, ist kein weiterer Eingriff in die Natur notwendig und die Investitionskosten fallen geringer aus.

„Wir rechnen mit einer Amortisationszeit von acht bis neun Jahren“, erklärt Amtsleiter Wolfgang Kefer. Es werden nur noch 100 Laufmeter Druckrohrleitung im unteren Bereich sowie eine Turbine und das Krafthaus errichtet. Insgesamt erwartet man, dass das Kraftwerk einen Jahresertrag von 100.000 kWh erbringen wird.

Die Gemeinde kann durch derartige Wasserkraftwerke sowie ein eigenes Niederspannungsnetz auf einen hohen Anteil an eigenproduzierten Strom verweisen. „Mit der gesamten Energie, die wir selbst erzeugen, können wir bis zu 85 Prozent unseres eigenen Energiebedarfes decken“, sagt die Ortschefin. Mit dem eigens produzierten Strom werden nicht nur öffentliche Gebäude, sondern auch private Haushalte versorgt.

Unterstützt wird Hollenstein bei der Umsetzung dieses Vorhabens von der Klima- und Energie-Modellregion Amstetten Süd, die die Gemeinden auf dem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft begleiten will. „Die Region Amstetten erzeugt rund dreimal so viel Strom aus erneuerbarer Energie als sie verbraucht“, sagt der Obmann des Gemeindedienstleistungsverbands Amstetten, Anton Kasser.

Das neue Kraftwerk wird von Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer und Amtsleiter Wolfgang Kefer in einem Video vorgestellt. Dieses kann online auf www.gda.gv.at/regionale-wasserkraft angesehen werden.