Hausdurchsuchung bei swisspor in Gleiß. VERDACHT / Wettbewerbsbehörde ermittelt gegen swisspor in Gleiß wegen Preisabsprachen. Betroffene Firmen dementieren.

Erstellt am 09. August 2011 (07:37)
Preisabsprache? Kartellbehörde und Kriminalpolizei ermitteln. Es gilt die Unschuldsvermutung. NÖN
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SONNTAGBERG (APA) / Die aktuellen Razzien durch Kartell- und Kripobeamte haben für ein Beben in der Dämmstoffbranche gesorgt. Der Vorwurf lautet: illegale Preisabsprachen. Ins Visier der Fahnder sollen die drei Branchenriesen Austrotherm, swisspor und Steinbacher geraten sein. Das war kurzfristig und gestern, ist aber schon vorbei, bestätigte Austrotherm-Geschäftsführer Peter Schmid am Donnerstag gegenüber der APA eine Hausdurchsuchung am Firmensitz in Waldegg im Bezirk Wiener Neustadt. Preisabsprachen dementierte er allerdings.

Hausdurchsuchungen in  Gleiß fanden bereits statt

Neben der Austrotherm-Zentrale sind von den Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf österreichweite Kartellbildung dem Vernehmen nach unter anderem die swiss por am Firmensitz in Stadl Paura betroffen. Bei der dazugehörigen Firma Primanit in Gleiß haben einem Mitarbeiter zufolge die Hausdurchsuchungen nicht heute, sondern bereits früher stattgefunden.

Die angeblich ebenfalls betroffene Firma Steinbacher hat ihre Produktion und die Zentrale in Erpfendorf (Tirol). Die Geschäftsführer von swisspor und Steinbacher befinden sich derzeit auf Tauchstation und sind den Mitarbeitern zufolge für Stellungnahmen zu den Kartellvorwürfen nicht erreichbar. Wir geben dazu keinen Kommentar ab, ließ die Geschäftsführung bei der Steinbacher Dämmstoff GmbH in Erp fendorf via Marketing-Assistentin ausrichten.

Wie hoch der Schaden durch die angeblich jahrelangen Preisabsprachen für den Baustoffhandel, die Häuslbauer und letztlich auch die Steuerzahler sein könnte, darüber gibt es noch keine offiziellen Angaben. Die mutmaßlichen Kartellbrüder dürften nicht zuletzt von den Fördersummen, die der Staat heuer für die thermische Sanierung lockermacht, mit zumindest zehn Millionen Euro profitiert haben, wird in der Branche geschätzt.

Immerhin zählen die drei verdächtigten Unternehmen mit speziellen Dämmstoffprodukten für Haus- und Wandverkleidungen zu Branchenschwergewichten.