Bio-Fischzucht: Betriebszweig mit Potenzial. Neue Fischereianlage in Bergbauernschule Hohenlehen wird aus nahegelegener Quelle gespeist.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. September 2020 (06:08)
Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (Mitte) begutachtete bei ihrem Besuch gemeinsam mit Direktor Leo Klaffner und Fachlehrerin Helga Blaimauer die biologische Teichanlage der Landwirtschaftlichen Fachschule Hohenlehen und überzeugte sich auch gleich von der Qualität der Fische.
Jürgen Mück

An der Landwirtschaftlichen Fachschule Hohenlehen wird die nachhaltige Fischereiwirtschaft kontinuierlich ausgebaut. Nachdem bereits vor zwei Jahren der Naturteich mit Fischen besetzt wurde, ist seit Kurzem die gesamte Teichanlage mit vier Becken für die Fischaufzucht und einem Gebäude zur Verarbeitung samt Seminarraum in Betrieb.

„Mit der biologischen Fischereianlage wurde eine neue Produktionssparte der Landwirtschaft erschlossen, welche das Potenzial hat, das Einkommen bäuerlicher Betriebe zu stärken, denn die Nachfrage nach Bio-Produkten im Generellen und heimischem Bio-Fisch im Speziellen nimmt kontinuierlich zu“, betonte Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, als sie der Schule einen Besuch abstattete. „Mit der nachhaltigen Fischwirtschaft werden die Schüler mit einem aufstrebenden Zweig der Landwirtschaft vertraut gemacht, der geeignet ist, die Wertschöpfung zu steigern. Die Baukosten der Anlage von rund 500.000 Euro sind somit eine gute Investition des Landes Niederösterreich in die Zukunft“, sagt Teschl-Hofmeister.

 „Die Fischwirtschaft ist ein aufstrebender Zweig der Landwirtschaft.“ Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister

 „Der gesamte Schulbetrieb der Bergbauernschule wird biologisch geführt, daher war der Schritt zur Bio-Fischzucht ein logischer“, betont Direktor Leo Klaffner. Zwei Becken aus Rundholz und zwei aus Beton mit einem Fassungsvermögen von rund 200 Kubikmetern werden mit Wasser aus einer nahegelegenen Quelle gespeist. Aktuell sind sie mit Regenbogenforellen, Saiblingen, Bachforellen und Alpenlachs besetzt. Auch Brütlinge für den eigenen Besatz wurden hier bereits aufgezogen.

Im praktischen Unterricht wird den Schülern die zeitgemäße Teichwirtschaft sowie die Verarbeitung und Vermarktung nähergebracht. Die Fische werden großteils für den Eigenbedarf in der Schulküche zubereitet. Ein kleinerer Teil gelangt über regionale Vermarkter in den Verkauf.

Schüler übernehmen Fütterung der Fische

„Regelmäßig gefüttert und bestens betreut werden die Fische von den Schülern, die somit Verantwortung übernehmen und auch das Potenzial der Fischereiwirtschaft für die Landwirtschaft erkennen. Sie erkennen auch, dass dieser bäuerliche Betriebszweig sehr gute Zukunftsaussichten hat, denn der Selbstversorgungsgrad mit Fischen liegt in Österreich derzeit nur bei rund sechs Prozent“, betont Fachlehrerin Helga Blaimauer, eine der Verantwortlichen der Fischereiwirtschaft in Hohenlehen.