Sonnleitner zieht sich aus Politik zurück. ÖVP-Spitzenkandidat Martin Sonnleitner legt fast alle seine politischen Funktionen nieder. Ortschefin Zebenholzer dankt für Engagement.

Von Markus Huebmer. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:12)

Im Herbst des Vorjahres präsentierte die Volkspartei Hollenstein Martin Sonnleitner als neuen Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl. Mit neuem Schwung ging der Hollensteiner Landwirt Martin Sonnleitner mit der Partei in den Gemeinderatswahlkampf. In den letzten Wochen vor dem Urnengang erzeugten mitten im Wahlkampf neben dem Auftreten einer dritten Liste die Vorwürfe der Volkspartei gegen die Gemeinde Spannungen in der Kommunalpolitik.

In der Wahlauseinandersetzung verlor die Volkspartei fünf ihrer bisherigen neun Mandate im Gemeinderat. Die SPÖ legte einen Sitz zu und hält bei elf Mandaten. Die Bürgerliste Faires Hollenstein rund um Schlossermeister Andreas Schneiber schaffte bei ihrem ersten Antritt auf Anhieb vier Mandate.

„Ich habe mich immer gerne für Hollenstein eingesetzt. Die Wahl zeigte, dass die Bevölkerung diese Arbeit zu wenig unterstützt.“Martin Sonnleitner

ÖVP-Spitzenkandidat Martin Sonnleitner zog am Donnerstag der Vorwoche aus dem deutlichen Stimmenverlust für seine Wahlliste die Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug aus allen Funktionen in der Gemeindepolitik an. „Ich habe mich immer sehr gerne für Hollenstein eingesetzt. Die Wahl hat aber gezeigt, dass die Bevölkerung diese Arbeit zu wenig unterstützt.“

Martin Sonnleitner wurde am 27. September 2011 angelobt und ist anstelle von Helga Urban in den Gemeinderat gekommen. Er war Obmann des Ausschusses für Gesundheit, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft. „Martin Sonnleitner hat sich dabei im Besonderen für die landwirtschaftlichen Themen eingesetzt“, dankte ihm Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer (SP). „Ich möchte mich für seine achtjährige Arbeit für die Gemeinde bedanken und wünsche ihm alles Gute für die weitere Zukunft, vor allem aber Gesundheit.“

Dem Obmann der Volkspartei Herbert Jagersberger tut es persönlich sehr leid, dass Martin Sonnleitner nicht mehr im ÖVP-Team mitarbeiten wird. „Aufgrund des Ergebnisses verstehe ich zwar den logischen Schluss, den Martin gezogen hat, aber ich möchte betonen, dass die Zusammenarbeit immer sehr gut war. Ich konnte mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen. Er setzte um, was er versprach“, beteuert Herbert Jagersberger den Rücktritt Sonnleitners. Das Steckenpferd des Königsberger Landwirtes waren vor allem die Land- und Forstwirtschaft. Für mehrere Jahre war Sonnleitner auch Ortsbauernratsobmann, zurzeit ist er dessen Stellvertreter. „Diese Funktion im Ortsbauernrat werde ich weiterhin ausführen“, sagte Martin Sonnleitner.

Vier Mandatare der Liste Fair fixiert

Während bei der SPÖ die Kandidaten nach der Reihung auf der Wahlliste in den Gemeinderat einziehen werden – neu im SPÖ-Club sind Joachim Hinterecker und Rene Aflenzer – hat am Wochenende schließlich auch die neue Liste Faires Hollenstein fixiert, wer für sie in den Gemeinderat einziehen wird. Die ersten vier Kandidaten auf der neuen Bürgerliste rund um Schlossermeister Andreas Schneiber ziehen in den Gemeinderat ein. Neben Spitzenkandidat Andreas Schneiber werden künftig der Ziviltechniker David Steinbacher, der Elek

tromechaniker und Busunternehmer Christian Rettensteiner sowie der selbstständige Anlagenmonteur Günter Sonnleitner für die neue Fraktion im Gemeinderat sitzen.

Der SPÖ-Club wird wieder Petra Mandl und Raimund Forstenlechner sowie Vizebürgermeister Walter Holzknecht für die Funktion der geschäftsführenden Gemeinderäte vorschlagen. Die beiden Fraktionen von ÖVP und Faires Hollenstein werden jeweils einen Sitz im Gemeindevorstand bekleiden.

Für die konstituierende Gemeinderatssitzung wird der 28. Februar anvisiert. Dann werden nicht nur die geschäftsführenden Gemeinderäte, sondern auch die Bürgermeisterin und der Vizebürgermeister offiziell gewählt.

In den Wochen bis zur konstituierenden Gemeinderatssitzung Ende Februar möchte sich die Volkspartei Hollenstein neu aufstellen. Auch an der Parteispitze wird sich einiges ändern: Derzeit ist Herbert Jagersberger noch Parteiobmann, doch angedacht ist, dass er dieses Amt zurücklegen wird. Wer dann den Parteivorsitz übernehmen wird, steht noch nicht fest.