SP-Ortschefin wehrt sich gegen Vorwürfe. Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer möchte Bürgerlisten-Kritik an Rathaussanierung nicht so stehen lassen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 09. Januar 2020 (05:00)
Es gebe bereits ein Miteinander, wehrt sich SPÖ-Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer.
SPÖ

Für große Überraschung sorgte das Antreten einer dritten Liste bei der Gemeinderatswahl in Hollenstein. Neben SPÖ und ÖVP wird auch die „Liste faires Hollenstein“ am 26. Jänner ins Rennen gehen.

Als Ziel nennt Listengründer Andreas Schneiber das Brechen der SPÖ-Absoluten. Erst dann könne es ein Miteinander der Fraktionen im Gemeinderat geben, ist der Unternehmer überzeugt. Ausschlaggebend für sein politisches Engagement seien aber nicht nur „jahrzehntelange parteipolitische Grabenkämpfe von Rot und Schwarz“, sondern auch die Vorgänge rund um die Sanierung des Gemeindeamtes gewesen. Dass dabei keine Hollensteiner Unternehmen zum Zug kamen, stößt Schneiber sauer auf. Auch, dass sein Hinweis auf eine mangelhafte Stahlkon struktion auf der Baustelle seitens der Gemeinde nicht ernstgenommen worden sei, bekrittelt er. Als er seinem Ärger mittels eines Plakats Luft gemacht habe, sei er von einem Gemeindebediensteten lautstark zurechtgewiesen worden, beklagt der Neo-Politiker.

Ortschefin von Antreten der Liste überrascht

Das Antreten der Liste habe sie wirklich überrascht, da sie eigentlich ein gutes Einvernehmen mit allen Persönlichkeiten auf der Liste habe, meldet sich nun Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer (SPÖ) zu Wort. Die Vorwürfe zur Rathaussanierung möchte die Ortschefin so nicht stehen lassen. „Wir sind an das Bundesvergabegesetz, welches das Bestbieterprinzip verfolgt, gebunden“, stellt Zebenholzer klar.

Unternehmer Andreas Schneiber tritt mit der „Liste faires Hollenstein“ für ein Miteinander an.
privat

„Aufgrund des Auftragsvolumens wurde das Ausschreibungsverfahren österreichweit ausgeschrieben. Leider sind die beiden involvierten Hollensteiner Betriebe, auch nach Nachverhandlungen, immer noch um einiges zu teuer gewesen. Ich bin aber froh, dass Betriebe aus der Region die Aufträge gewinnen konnten. Denn auch dort sind Hollensteiner beschäftigt.“ Schneibers Hinweis zur Stahlkonstruktion habe man sehr ernst genommen, stellt die Ortschefin klar. Es sei hier korrekt gearbeitet worden. Dass die verbale Auseinandersetzung um das angesprochene Plakat auf beiden Seiten laut ausgefallen sei, könne sie verstehen. „Mein Gemeindebediensteter hat eben versucht, mich bzw. das Bauvorhaben zu schützen.“

Widersprechen möchte Zebenholzer dem Vorwurf, dass in Hollenstein ein paar Personen die Fäden zögen und der Rest ausgegrenzt werde. „Ich bin froh, dass sich einige intensiv einbringen und konstruktiv mitarbeiten. Ich lade wirklich jeden Einzelnen ein, sich aktiv zu beteiligen – nicht nur bei Gemeinderatssitzungen.“ Wie die letzten Jahre schon setze sie auch weiterhin auf ein Miteinander der Fraktionen im Gemeinderat.

„Seitdem ich Bürgermeisterin bin, gab es keine gravierenden Meinungsverschiedenheiten“, sagt Zebenholzer. „Wir führen auch jetzt schon wirkliche Dialoge. Wo es nötig ist, wird schon mal diskutiert und ein Konsens gefunden. Von parteipolitischen Grabenkämpfen sind wir schon lange weg.“ Die neue Liste habe eine gewisse Unruhe erzeugt, konstatiert die Ortschefin. „Aber vielleicht ist es auch positiv, da sich die Leute nun noch besser informieren und das Gespräch suchen.“