Keine Spur von Stillstand an HTL Waidhofen/Ybbs. Zwar funktioniert das Modell mittlerweile einwandfrei, die Sehnsucht nach dem Klassenzimmer wird aber immer größer.

Von Anna Faltner. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:28)
Mindestens einen Tag pro Woche verbringen die Schüler der HTL Waidhofen im Labor oder in der Werkstatt, wie hier eine zweite Klasse der Abteilung Automatisierungstechnik. Foto: HTL
HTL Waidhofen/Ybbs

Computer und ein stabiles Internet sind in Zeiten von Homeschooling die wichtigsten Werkzeuge für Schüler und Lehrer. Mittlerweile ist das Distance Learning schon fast zum Alltag geworden. Die NÖN hat sich umgehört, wie das System funktioniert und welche Herausforderungen durch die Coronakrise zu bewältigen sind.

Eine Schulwoche rein im Homeschooling gibt es in der HTL Waidhofen zum Beispiel nicht. Denn fachpraktischer Unterricht in Werkstätten und Labors darf in Kleingruppen auch vor Ort stattfinden.

„Persönlicher Kontakt geht uns allen g’scheit ab“

„Jede Klasse ist dadurch zumindest einen Tag pro Woche vor Ort. Natürlich mit Maske, genügend Abstand und Desinfektionsmittel. Das ist sicherlich in Kombination mit dem Distance Learning eine angenehme Abwechslung, weil die Schüler nicht nur vor dem Computer sitzen“, erzählt Direktor Harald Rebhandl.

So befinden sich höchstens 25 Prozent der insgesamt 700 Schüler gleichzeitig in der Schule. Die Gänge und der Pausenbereich sind laut Rebhandl ausgedünnt, der Unterricht funktioniert so einwandfrei. Auch das Distance Learning habe sich sehr gut eingespielt und ist mittlerweile fixer Bestandteil des Schulalltags.

„Aber natürlich kann man es mit normalem Präsenzunterricht nicht vergleichen. Das wird uns immer wieder aufgezeigt. Wenn man in die Gesichter der Schüler schaut, merkt man, ob die Message angekommen ist. Und das geht beim Distance Learning ab“, betont der Direktor.

Nicht nur den Lehrern, sondern auch den Schülern, wie Schulsprecher Gregor Schartmüller bestätigt. „Der persönliche Kontakt zu den Mitschülern ist ein heikles Thema, das geht uns allen g’scheit ab. Man kann sich zwar online unterhalten, aber das ist nicht dasselbe“, meint der 17-Jährige.

Er hat vor Kurzem auch eine Umfrage bei seinen Mitschülern gestartet, um herauszufinden, wie es ihnen zuhause ergeht. Der Kontakt zu ihren Kollegen fehlt ihnen am meisten, und auch bei den Online-Tests sehen einige HTL-Schüler Verbesserungspotenzial. „Das ist schwierig. Viele kommen da oft in Zeitdruck. Vielleicht, damit keine Zeit bleibt, um möglicherweise zu schummeln“, lautet die Theorie der Schüler.

„Wann hat das endlich ein Ende?“

Der Lernstoff wird laut Direktor Harald Rebhandl ganz normal erarbeitet. „Unsere Schüler haben schon eine gewisse Selbstständigkeit. Mit Unterstützung der Lehrer kann auch neuer Stoff erarbeitet und angewandt werden. Es ist nicht so, dass bei uns Stillstand herrscht, wie oft öffentlich dargestellt wird. Bei uns definitiv nicht“, erklärt Rebhandl.

Langweilig wird auch Schulsprecher Gregor Schartmüller nicht, denn zu tun ist genug. Das Lernen von zuhause aus ist aber nicht vergleichbar mit dem gewöhnlichen Unterricht. „Oft kommt es auch auf den Lehrer an. Manche bringen es online genauso gut rüber wie in der Schule, andere halt nicht“, schildert er.

Die Maßnahmen wie Masken tragen oder Abstand halten sind für die Schüler kein Problem. „Nur dass alles immer wieder rausgeschoben wird, ist lästig. Da fragt man sich schon, warum man das nicht gleich kommuniziert und wann das endlich ein Ende hat.“

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