Familie Najafy und das Hoffen auf Bleiberecht. Seit drei Jahren lebt Familie Najafy nun in Waidhofen und ist hier sehr gut integriert. Doch banges Warten auf einen positiven Asylbescheid steht an der Tagesordnung.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 06. Oktober 2018 (04:30)
Hofbauer
Susan Haidari und Naser Najafy mit den Kindern Mahdis und Mahdi Najafy, Vater Quasim Najafy, Latifeh und Hamid Raza Najafy, Mutter Nayareh Sultanie sowie Alireza und Mohsen Najafy (v.l.) mussten 2015 aus Afghanistan fliehen und konnten in Waidhofen ein neues Zuhause finden.

„Unser größter Wunsch für die Zukunft ist es, einen positiven Asylbescheid zu bekommen“, meint Naser Najafy. Der 30-Jährige musste im Jahr 2015, wie so viele andere Menschen auch, mit seiner Familie von den Unruhen in Afghanistan fliehen.

Nach einer 23 Tage langen Flucht kam Naser gemeinsam mit seiner Frau, seinem Sohn, seinen Eltern und vier seiner Geschwister im Oktober 2015 in Österreich an – drei seiner Schwestern blieben in Afghanistan.

Seit drei Jahren in Waidhofen

Seit drei Jahren lebt die Familie Najafy nun in Waidhofen und ist hier gut integriert. Dennoch erhielt die Familie vor zwei Jahren bereits einen negativen Asylbescheid, legte damals aber Berufung ein. Seither steht banges Warten auf einen neuerlichen Bescheid bei der zehnköpfigen Familie an der Tagesordnung. „Wir hoffen wirklich sehr, hier eine Zukunft haben zu dürfen. Wir wollen einfach nur in Frieden leben können und endlich arbeiten dürfen“, sagt Naser.

Er besucht derzeit, genau wie drei seiner Geschwister, die Handelsschule in Waidhofen. Danach will er gerne Koch werden. „In Afghanistan hatte ich gemeinsam mit meinem Vater ein Kleidergeschäft. Hier würde ich gerne in einem Restaurant arbeiten“, erzählt er.

Sein neunjähriger Sohn Mahdi besucht derzeit die Volksschule in Waidhofen, seine zweijährige Tochter Mahdis wurde bereits in Waidhofen geboren. Nasers Frau Susan Haidari konnte vor Kurzem ihre Deutschprüfung erfolgreich ablegen.

Auch Nasers Geschwister haben bereits Pläne für ihre Zukunft geschmiedet: Alireza (18 Jahre) und Latifeh Najafy (23) besuchen derzeit die zweite Klasse an der Handelsschule. Voller Vorfreude blicken sie ihrem Praktikum am Magistrat Waidhofen, das im Oktober beginnt, entgegen. „Wir dürfen hier jeden Mittwoch im EDV-Bereich mithelfen“, sagt Alireza.

Der 17-jährige Hamid Raza besucht die erste Klasse der Handelsschule. „Ich würde gerne nach meinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen“, erzählt er. Nasers ältester Bruder Mohsen (26) bereitet sich derzeit auf die B2-Deutschprüfung vor.

„Hätten es verdient, hierbleiben zu dürfen“

Waidhofen gefällt der afghanischen Familie sehr gut. „Man ist nah an der Natur, es gibt nicht viel Verkehr und die Menschen sind sehr nett“, sagt Alireza. Auch einen Freundeskreis konnte sich die Familie in Waidhofen schon aufbauen – jetzt hofft man nur noch sehnsüchtig auf den positiven Asylbescheid.

Auch Anneliese Kühhas, die die Familie betreut, hofft darauf, dass die Familie in Waidhofen bleiben darf. „Ich durfte die Familie Najafy als eine unglaublich nette und höfliche Familie kennenlernen, die wirklich besten Willen zeigt, sich zu inte-grieren“, sagt sie. „Es ist ein großer Wunsch der Familie, in Österreich bleiben zu dürfen, und sie haben es sich wirklich verdient.“