Mit Strauß ins neue Jahr. Das Neujahrsprogramm des Kammerorchesters war viermal ausverkauft. Das Orchester begeisterte in Grafenwörth, im Festspielhaus St. Pölten und zweimal in Waidhofen.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 09. Januar 2020 (03:31)

Am 30. Dezember und 1. Jänner lud das Waidhofner Kammerorchester ins Schlosscenter zum Jahresauftakt 2020. Bereits am 29. Dezember hatte das Orchester unter der Leitung von Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka in Grafenwörth begeistert.

Am 2. Jänner wurde es im ausverkauften Festspielhaus St. Pölten von Gästen aus ganz NÖ bejubelt, wo die Spitzen der Landesregierung mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Ex-Vizekanzler Wolfgang Brandstetter sowie die Äbte der Stifte Seitenstetten und Melk den Klängen der Waidhofner lauschten. Mit der Ouvertüre zur Operette „Pique Dame“ von Franz von Suppé eröffnete man, um in der Folge mit einem Strauß-Programm die Komponistenfamilie zu würdigen.

Martin Rettensteiner gab effektvoll den Waidmann in der Strauß-Polka „Auf der Jagd“. Im Orchester tummelten sich Jäger und Gejagte, die dem Jäger zuletzt die lange Nase zeigten.
NÖN

Der „Moulinet Polka“ und dem Walzer „Dorfschwalben aus Österreich“ von Josef Strauß folgten die Bauernpolka und die Polka schnell „Auf der Jagd“ von Johann Strauß, bevor es mit Josef Strauß’ „Aquarellen-Walzer“ in die Pause ging. Auch im zweiten Teil blieb man der Strauß-Familie treu: „Brennende Liebe“, „Sphärenklänge“, „Ballsträußchen“, ein Csárdás und „For ever“ wurden aufgeführt.

Ein besonderes Vergnügen über die brillant dargebotene Musik hinaus war, wie Dirigent Wolfgang Sobotka eloquent und mit großem historischen und musikalischen Fachwissen die Konzerte selbst moderierte. Das Publikum forderte Zugaben, bekam sie mit dem Donauwalzer und dem Radetzkymarsch. Der Abend war dem 2010 verstorbenen Waidhofner Strauß-Forscher Franz Mailer gewidmet, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre.