Moschee saniert sich nach Insolvenz. Forderungen von 6.150 Euro sollen zu 100 Prozent beglichen werden.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 21. März 2019 (05:00)
NÖN, NÖN
Im Dezember wurde über die Moschee im Islamischen Zentrum in Kematen ein Konkursverfahren eröffnet. Nun wurde ein Sanierungsplan eingebracht. Die Forderungen der Gläubiger sollen zu 100 Prozent beglichen werden.

Überrascht zeigte sich der Trägerverein der Moschee in Kematen als im Dezember des Vorjahres ein Konkursverfahren über sein Vermögen eröffnet wurde. Seitdem steht das Gotteshaus in dem ehemaligen Motel an der B121 unter der Aufsicht eines Masseverwalters. Eingebracht worden war der Antrag auf Konkurseröffnung von der NÖ Gebietskrankenkasse, da der Verein Beiträge nicht abgeführt hatte.

Eine mehrmonatige Abwesenheit des Vereinsobmanns habe zur Vernachlässigung der wirtschaftlichen Angelegenheiten geführt“, berichtet Stephan Mazal vom Gläubigerschutzverband Creditreform der APA. Mittlerweile sei jedoch ein Sanierungsplan mit einer 100-prozentigen Quote eingebracht worden.

Zwei Gläubiger brachten Forderungen ein

Sehr hoch sind die Schulden, die es zu tilgen gilt nicht: Lediglich zwei Gläubiger brachten Forderungen in der Höhe von insgesamt 6.150 Euro ein. „Die Gläubigen sammeln nunmehr, um den Gläubigern die Schulden des Vereins zu bezahlen“, sagt Mazal.

„Der Moscheen Errichtungs- und Erhaltungs- und Verwaltungsverein Kematen finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen. Da die Einnahmen die Ausgaben kaum übersteigen, hat der Verein Islamisches Kulturzentrum in Margareten eine Kaution für die Fortführung erlegt. Offene Forderungen wurden teilweise von einem Vereinsmitglied aus eigener Tasche bezahlt.“

Da die Moschee selbst im Eigentum der Union islamischer Kulturzentren in Österreich stehe, seien von den Kematner Gläubigen lediglich die Betriebskosten für die Liegenschaft zu entrichten, führt Mazal aus. Um das Seelenheil der 50 Vereinsmitglieder kümmere sich ein eigener Seelsorger. Die Sanierung eines Gotteshauses sei in der Insolvenzgeschichte jedenfalls einzigartig, hält der Kreditschützer fest.