"Wildschweine nicht in die Enge treiben!“. Tiere ziehen immer wieder durch Kematner Heide. Spaziergänger sollen auf Wegen bleiben.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 14. Februar 2020 (03:45)
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In der letzten Zeit wurden in Kematen im Bereich Heide (Kreuzstöcklberg, Richtung Biberbach) vermehrt Wildschweine gesichtet. Im Naherholungsgebiet seien immer wieder Spuren der Tiere, wie etwa Trittsiegel, entdeckt worden, Jäger und ein Waldbesitzer haben die Tiere auch schon gesehen, berichtet der geschäftsführende Gemeinderat Gerwald Schattleitner. „Die Tiere ziehen bei uns glücklicherweise nur durch, wenn auch immer häufiger. Standwild haben wir derzeit aber noch nicht“, sagt Schattleitner.

Der Gemeinderat mahnt die Bevölkerung zur Vorsicht. „Wildschweine sind zwar grundsätzlich, wie jedes Wild, scheu, wenn sie sich bedroht fühlen, können sie aber durchaus aggressiv werden“, sagt Schattleitner. Er rät, beim Spazierengehen auf den gekennzeichneten Wegen zu bleiben und Hunde stets an der Leine zu führen.

„Wenn ein Wildschwein auf den Menschen losgeht, dann nur, weil es sich zur Wehr setzt.“Bezirksjägermeister Franz Hochholzer

Auch auf der Gemeindehomepage wurde bereits eine Warnung veröffentlicht. „Dies ist nur eine reine Sicherheitsvorkehrung, da die Wildschweine jetzt vermehrt durch die Heide ziehen und es jederzeit sein kann, dass Spaziergänger den Tieren begegnen“, sagt Schattleitner. „Da ist es natürlich besser, wenn man weiß, wie man richtig reagieren soll.“

„Schwarzwild niemals in die Enge treiben“

Auch Bezirksjägermeister Franz Hochholzer betont, dass Wildschweine – auch Schwarzwild genannt – eigentlich scheue Tiere sind, die dem Menschen aus dem Weg gehen. „Wenn ein Wildschwein auf einen Menschen losgeht, dann nur, weil es sich zur Wehr setzt, oder weil es seinen Nachwuchs beschützen will“, sagt Hochholzer. Daher sei es unwahrscheinlich, dass es auf gekennzeichneten Wegen zu Begegnungen mit Wildschweinen kommt. Falls man doch einem Wildschwein begegnet, rät der Bezirksjägermeister ruhig zu bleiben und nicht auf die Tiere zuzulaufen oder sie gar zu verfolgen. „Man darf das Schwarzwild niemals in die Enge treiben“, sagt er.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Wildschweine Nachwuchs haben. Die Paarungszeit – die sogenannte „Rauschzeit“ – der Wildschweine ist hauptsächlich in den Monaten November bis Jänner. 115 Tage danach bringt die Bache, das weibliche Wildschwein, die Frischlinge in einem sogenannten Wurfkessel im dichten Unterholz zur Welt. „Da ist Vorsicht geboten“, sagt Hochholzer. „Man sollte die Frischlinge keinesfalls anfassen, die Bache ist ganz gewiss in der Nähe.“

Im Vergleich zu etwa den Donauauen hat der Bezirk Amstetten eine sehr niedrige Wildschweinpopulation. „2019 wurden niederösterreichweit 29.500 Wildschweine erlegt – im Bezirk waren es lediglich 218 Stück“, sagt Hochholzer. Durch die milden Winter und durch starke Eichen- und Buchenmast (Anm.: Als „Mast“ werden in der Jagd die Früchte von Buchen, Eichen und Kastanien bezeichnet) würden sich die Wildschweine aber schnell vermehren. „Die rasche Regulierung durch erhöhten Abschuss ist daher besonders wichtig“, sagt der Jägermeister.