Kleinerer Tierpark möglich. Buchenberg I / Hilferuf: Verein distanziert sich von Aussendung. Stadt fordert stärkere Mitsprache beim Naturpark.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 19. Mai 2014 (13:14)
NOEN, Hochpöchler
Die Versorgung der Tiere mit Nahrung und tierärztlicher Betreuung im Wildpark am Buchenberg ist gesichert. Ob der Tierpark aber in der derzeitigen Größenordnung erhalten bleibt, ist fraglich.
Der Naturpark Buchenberg kommt derzeit nicht aus den Schlagzeilen. „Tierpark Buchenberg vor dem Aus!“ titelte zuletzt eine Aussendung der Naturpark Buchenberg Betriebs GmbH an die Waidhofner Haushalte, die mit einem Spendenaufruf versehen war und für Gesprächsstoff in der Stadt sorgte. Die NÖN berichtete.

"Buchenberg ist in Schwierigkeiten, steht aber nicht vor Aus"

Auch auf der Homepage des Tierparks – noch bevor man zur eigentlichen Startseite gelangt – wird auf das drohende Ende hingewiesen und um Spenden gebeten.

„Der Buchenberg ist in Schwierigkeiten, steht aber nicht vor dem Aus“, sagt Peter Stattmann. Stattmann ist Obmann des Vereins Naturpark Buchenberg, der neben der Betriebs GmbH am operativen Geschäft des Tierparks mitwirkt. Von der Aussendung der Betriebs GmbH möchte sich der Vereinsobmann jedoch scharf distanzieren.

Dafür sei allein deren Geschäftsführer, Andreas Plachy, verantwortlich. Bisher war Plachy – der auch Oberförster der Stadt Waidhofen und Bereichsleiter für Umwelt, Agrar und Forst am Magistrat Waidhofen ist – auch im Verein in geschäftsführender Position tätig. Das ist nun Geschichte. Plachy scheidet in dieser Funktion aus dem Verein aus. Die Weichen dafür wurden in der Generalversammlung des Vereins am vergangenen Donnerstag gestellt. In einer außerordentlichen zweiten Generalversammlung in ein paar Wochen sollen die Vereinsstatuten in Richtung einer strikten Trennung zwischen Verein und Gesellschaft geändert werden.

Im Zuge der Generalversammlung wurden nun auch die noch ausständigen Rechnungsabschlüsse für 2012 und 2013 vorgelegt und beschlossen. Damit steht nun der Subvention von 17.000 Euro für Tierfutter und Tierarztkosten nichts mehr im Wege. Diese Förderung wurde bereits vom Gemeinderat beschlossen, ihre Auszahlung jedoch an die Vorlage des Rechnungsabschlusses von 2013 gekoppelt.

Vergangene Woche meldete sich Bürgermeister Wolfgang Mair auch in den Waidhofner Stadtnachrichten zum Buchenberg zu Wort. Die Stadt unterstütze den Verein voll und ganz, heißt es darin. Keine Lösung gäbe es derzeit jedoch betreffend der Organisationsform des Tourismusbetriebs, der durch die Betriebs GmbH durchgeführt wird.

Eine Wirtschaftsprüfung habe hier ein „kaum durchschaubares Geflecht von drei privaten Firmen und dem Verein sowie personelle Überschneidungen“ sichtbar gemacht. Zudem fehle es an einer klaren Abgrenzung der Aufgabenbereiche des Naturparkgeschäftsführers zu seiner Tätigkeit als Mitarbeiter der Stadt. Hier müsse es eine strikte Trennung geben, so Bürgermeister Mair auf Nachfrage der NÖN. Dahin gehende Gespräche mit Geschäftsführer Plachy seien derzeit am Laufen. Während hier zuletzt noch keine Einigung in Sicht war, zeigte sich Mair am Freitag vorsichtig optimistisch, dieses Thema doch noch zu einem positiven Abschluss bringen zu können.

Was die Weiterführung des Naturparks betreffe, so müsse Plachy nun ein Entwicklungskonzept vorlegen, fordert der Bürgermeister. Ein Mitspracherecht seitens der Stadt bei Investitionen einer gewissen Größenordnung sei dabei unabdingbar. Ansonsten werde die Stadt sicher keine weiteren Mittel zur Verfügung stellen oder Haftungen übernehmen.

Grundsätzlich kann sich der Bürgermeister auch eine Redimensionierung des Wildparks vorstellen. Den Kletterpark wolle man auf alle Fälle erhalten, der sei der Frequenzbringer am Buchenberg. Den Tierpark kann sich Waidhofens Stadtchef aber durchaus auch kleiner dimensioniert vorstellen.

Naturpark-Buchenberg-Betriebs- GmbH-Geschäftsführer Andreas Plachy bestätigt auf Nachfrage der NÖN, dass er sich vom Verein als Geschäftsführer zurückziehen werde. Er kann sich aber durchaus vorstellen, eine untergeordnete Funktion, wie jene des Schriftführers, weiter zu bekleiden. Plachy bestätigte auch, dass seine Gespräche mit dem Bürgermeister in Richtung einer positiven Einigung gehen.

„Es war hier der Wunsch da, dass ich mich aus dem Magistrat zurückziehe. Lange Zeit sind wir uns diesbezüglich nicht einig geworden. Die letzten Tage sind wir aber doch einen großen Schritt weitergekommen, hier eine befriedigende Lösung zu finden“, sagt Plachy. Eine Karenzierung Plachys steht im Raum.

Aufregung um EU-Geld: Plachy wehrt sich

In die Bredouille brachten den Geschäftsführer der Naturpark Buchenberg Betriebs GmbH letzte Woche auch Medienberichte, die Plachy als Subventionskaiser darstellten. Laut Transparenzdatenbank wurden im Haushaltsjahr 2012 nämlich 1.234.302,79 Euro an EU-Agrarförderungen über die Nature Adventure & Project Planing GmbH und 2013 1.108.321 Euro über die Schule Wald GmbH ausgeschüttet. Geschäftsführer beider Gesellschaften ist Plachy.

„Diese Fördergelder haben nichts mit dem Buchenberg zu tun“, sagt Plachy. Vielmehr handle es sich bei dem Geld um eine Förderung für die rund 1.000 Förster, die österreichweit – nicht nur am Buchenberg – als Waldpädagogen tätig seien. Plachy sei vom Ministerium mit der Abwicklung dieser Förderung betraut worden, die er zuerst über die Nature Adventure & Project Planing GmbH und ab 2013 über die Schule Wald GmbH abgewickelt habe. „Von dem Geld ist kein Euro beim Buchenberg geblieben“, hält Plachy fest.

Mittlerweile hat die Diskussion rund um den Buchenberg eine weitere Dimension bekommen. Bei der Polizei Waidhofen ging eine anonyme Anzeige wegen Tierquälerei im Tierpark ein.

Grundsätzlich gäbe es strenge tierärztliche Kontrollen im Tierpark und bis jetzt habe es da noch nie etwas gegeben, heißt es dazu seitens der Polizei Waidhofen. Man werde den Vorwürfen aber natürlich nachgehen.