Kleine Bio-Höfe stärken. Beim siebenten Waidhofner Klimaprotest stand das Thema Landwirtschaft im Fokus.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:35)

Die Landwirtschaft stand im Fokus des mittlerweile siebenten Klimaprotestes, der am vergangenen Samstag stattfand. „Wir Bauern spüren den Klimawandel bereits seit Jahren in voller Stärke“, sagte Biobauer Erich Gruber aus St. Georgen/Klaus, der dieses Mal zu den Klimademonstranten sprach. „Unsere Tiere haben zu wenig Futter – es gibt fast keine Betriebe, die nicht Futter zukaufen müssen.“

Doch nicht nur an den Futtermitteln merke man die große Trockenheit und die zu warmen Temperaturen. „Auch Schädlinge wie Engerlinge verbreiten sich stark und zerstören die Ernte“, berichtete Gruber. Zudem würden sich Tierkrankheiten durch die trockenen Jahre immer weiter Richtung Österreich ausbreiten.

Veränderung der Anreizsysteme gefordert

Im Hinblick auf die Landwirtschaft fordern die Waidhofner Klimaaktivisten eine Veränderung der Anreizsysteme: Sie wollen eine gezielte, schrittweise Steuerung weg von industrieller Landwirtschaft mit Massentierhaltung und hohem Pestizideinsatz. Stattdessen soll eine kleinstrukturierte und biologische Produktionsweise gefördert werden.

Auch Biobauer Erich Gruber unterstützt diese Forderung. „Bereits mein Großvater hat erkannt, wie wichtig biologischer Anbau ist. Deshalb waren wir einer der ersten Bio-Betriebe in der Region“, erzählte er. Doch es werde immer schwerer, kleine bäuerliche Betriebe zu erhalten, meinte er. „Viele Stalltüren wurden mittlerweile schon geschlossen, weil es sich finanziell einfach nicht ausgeht.“

Neben all den Herausforderungen in der Landwirtschaft gebe es aber auch eine positive Entwicklung. „Fast alle Handelsketten führen mittlerweile Bioprodukte“, sagt Gruber. „Das ist der Verdienst der Konsumenten. Die Nachfrage nach regionalen Produkten wird immer mehr – und das gibt uns Landwirten Hoffnung.“

Um die Werbetrommel für heimische, biologisch angebaute Produkte noch weiter zu rühren, luden die Bauern aus St. Georgen/Klaus im Anschluss an den Klimaprotest zu einer kleinen Verkostung ein. Dazu gab es mit dem „Coffee for Future“ vom Weltladen Waidhofen einen fairgehandelten, klimafreundlichen Kaffee.