Lautstark für die Zukunft. Am Samstag demonstrierten in Waidhofen wieder rund 100 Aktivisten für mehr Klimaschutz.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:40)

„All we are saying, give future a chance“ – dieses Lied (basierend auf „Give Peace A Chance“ von John Lennon) begleitet die Waidhofner Klimaproteste schon von Anfang an. Auch am Samstag wurde der Song von den Teilnehmern bei der dritten Klimademo wieder lautstark gesungen. Rund 100 Menschen gingen auf die Straße, um für eine nachhaltige Klimapolitik und mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Angesichts der Turbulenzen in der Bundesregierung in den letzten Wochen habe man überlegt, ob man die Proteste diesen Monat aussetzen soll, weil es keinen Ansprechpartner gebe, sagte Organisator Hermann Wagner. „Dann haben wir uns aber dagegen entschieden, da die politischen Entscheidungsträger gerade jetzt, in dieser Phase des Umbruchs, ihre Prioritäten setzen. Und unserer Meinung nach gehört der Klimaschutz ganz nach oben auf dieser Prioritätenliste.“ Deshalb rückte beim dritten Klimaprotest wieder die Hauptforderung der Aktivisten in den Fokus: ein glaubhaftes, gesamtösterreichisches Klimaprogramm. „Wir wollen einen Fahrplan mit klaren Strukturen, der es ermöglicht, Klimaschutzmaßnahmen unverzüglich umzusetzen.“

Als Rednerin sprach dieses Mal auch die 16-jährige Jana Tanzer. Die Schülerin des Stiftsgymnasiums Seitenstetten setzt sich aktiv für den Klimaschutz ein und las bei der Waidhofner Klimademo eine adaptierte Rede der 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg vor:   „Mir haben schon viele gesagt, ich soll besser in die Schule gehen und für meine Zukunft lernen. Aber warum für die Zukunft studieren, wenn es bald keine mehr gibt?“, sagt Tanzer. „Wir können die Welt nicht retten, wenn wir nach den Regeln spielen, weil die Regeln geändert werden müssen.“

„Die Erde ist krank und braucht unsere Hilfe“, sagte Franz Kößl in seiner Rede. Nach seinem schweren Unfall habe ihn damals ein Netz an Freunden, Familie und Therapeuten aufgefangen. „Das braucht auch unsere Erde: Sie braucht ein Netzwerk der Hilfe. Aber das Wunder wird geschehen und wir fangen unsere Erde auf wie mit einem Sprungtuch.“