"Spinning Wheel": Lieder von Leid und Liebe

Erstellt am 26. September 2022 | 13:37
Lesezeit: 4 Min
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Danika Ruso, Bernhart Ruso und Fabian Zechmeister (von links) sind zusammen Spinning Wheel. Die Gruppe hat sich auf verschiedene Spielarten von Celtic Folk spezialisiert.
Foto: Spinning Wheel
Die Gruppe Spinning Wheel hat sich der keltischen Musikkultur verschrieben.
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Seit mehr als 20 Jahren begeistert die Gruppe Spinning Wheel bereits ihr Publikum mit ihrer Version von keltisch inspirierter Folk-Musik. Zwei Drittel der Band, das Ehepaar Danika Ruso (Stimme, Harfe, Akkordeon, Kalimba) und Bernhart Ruso (Querflöte, Bodhran, Nyckelharpa) wohnen seit letztem Jahr im Ort Kogelsbach in der Gemeinde St. Georgen am Reith.

„Die Geschichte von Spinning Wheel hat vor mehr als 20 Jahren in den Abgründen und Untiefen der Mittelalter- und Schaukampfszene Österreichs ihren Anfang genommen. Dort haben wir uns bei Burgfesten und Mittelaltermärkten kennen gelernt“, erzählt Bernhart Ruso. Das Repertoire der Band besteht einerseits aus traditionellem Celtic Folk, andererseits aus Adaptionen von Fantasy-Filmmusik und Eigenkompositionen. Ihr Interesse für Celtic Folk gründet sich dabei auf mehrere Faktoren. Ein wichtiges Kriterium ist zum Beispiel die musikalische Praxis einer lebendigen Volksmusik, wie Bernhart Ruso erklärt: „Celtic Folk gefällt uns, weil sie, wie jede Volksmusik informell und unverkrampft von Musikantinnen und Musikanten gespielt wird. Man sitzt im Wirtshaus oder eben im Irish Pub um einen Tisch und spielt für sich und vielleicht noch für Tänzerinnen und Tänzer.“

Danika Ruso studierte Anglistik und Sprachwissenschaften und beschäftigt sich eingehend mit keltischen Sprachen. Bei Spinning Wheel trägt sie alle Lieder in der jeweiligen Originalsprache vor. „Für mich sind der Klang der Musik und der Sprache untrennbar miteinander verbunden sind“, erzählt die Musikerin, „mit einer Übersetzung würde Authentizität verloren gehen.“ Ein wichtiges Element ist dabei auch das Geschichtenerzählen, wie sie weiter ausführt: „Keltische und insbesonders irische Lieder erzählen von Leid und Liebe; Weinen und Lachen; von menschlicher Größe und Schwäche; von Geburt und Tod. Mit Musik wollen wir diese Geschichten, die Wurzeln unserer Gesellschaft, hörbar und erlebbar machen.“

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Danika Ruso und Bernhart Ruso (von links) organisieren einen Stammtisch für Celtic Folk und freuen sich weitere Musikantinnen und Musikanten aus dem Ybbstal kennenzulernen.
Foto: Ruso

Keltische Wurzeln des Mostviertels erforschen

Im Laufe ihrer über 20-jährigen Bandgeschichte veröffentlichten Spinning Wheel bisher sechs CDs, angefangen mit dem Debütalbum „The Spinning Wheel“ von 1998. Zuletzt erschien die Doppel-CD „Book of Spells“, wobei eine CD ein Best-Of der bisherigen Veröffentlichungen ist, während die andere komplett instrumentale Aufnahmen keltischer Tanzmusik beinhaltet. Derzeit sind gleich zwei neue Alben in Planung, eines soll in die Richtung Filmmusik und Celtic Fantasy gehen, eines wird traditionelle Songs aus Irland, Schottland, Wales und der Isle of Man enthalten.

2020 begann die Familie Ruso, die damals im Weinviertel wohnte, mit der Suche nach einem neuen Zuhause und landete so im Ybbstal. „Als wir mit unserer siebenköpfigen Familie ein größeres Zuhause gesucht haben, hat sich sehr bald das Mostviertel als Region herauskristallisiert“, erzählt Danika Ruso, „wir wollten grüne Landschaft, bissl Berge und allgemein mehr Natur. Das Ybbstal ist es dann durch Zufall geworden. Soviele leistbare Häuser in unserer Größe gibt es nun mal nicht.“

Neben regelmäßigen Auftritten mit Spinning Wheel wollen Bernhart und Danika Ruso gerne auch Musikantinnen und Musikanten aus der Region kennenlernen, wie sie verraten: „Wir planen einen regelmässigen Stammtisch für keltische Musik mit Tanzstücken und Liedern aus Irland, Schottland und Wales. Falls Musikanten oder Musikantinnen Interesse haben, bitte unbedingt über unsere Website Kontakt mit uns aufnehmen. Es würde uns sehr freuen, wenn wir den keltischen Wurzeln des Mostviertels nachspüren könnten. Immerhin gibt es zum Beispiel bei Windhag, in St. Leonhard am Wald, am Walcherberg und in Oberrauchegg Hinweise auf keltische Kraftplätze.“

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