Ideologiefreie Diskussion. Andreas Kössl über die geplante Einführ-ung des 12-Stunden-Tages .

Von Andreas Kössl. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:00)

Die von der Regierung geplante Einführung des 12-Stunden-Tages sowie einer möglichen 60-Stunden-Woche lässt auch im Bezirk die Wogen hoch gehen. Während die politischen Vertreter von ÖVP und FPÖ sowie die Unternehmer von einer notwendigen Anpassung an die Gegebenheiten der modernen Arbeitswelt mit Vorteilen für beide Seiten sprechen, sehen SPÖ und Gewerkschaft nur Nachteile auf die Arbeitnehmer zukommen. Beim Gewerkschaftsbund plädiert man sogar für Streik.

Grundsätzlich kann eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten für beide Seiten von Vorteil sein, vorausgesetzt es wird fair damit umgegangen. Das Problem ist nicht der 12-Stunden-Tag, sondern wie er künftig zustande kommen soll. Derzeit schreibt das Arbeitszeitgesetz eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor. Fällt dieser Passus, wie nun vorgesehen, wird die Position der Arbeitnehmer geschwächt. Um das zu vermeiden, braucht es eine klare gesetzliche Regelung, die Flexibilität ermöglicht, aber auch klar die Grenzen absteckt. Darüber sollte nun ideologiefrei diskutiert werden.