Schildbürger waren am Zug. Andreas Kössl über Auflassung und Wiedereröffnung der Gerichte Waidhofen und Haag.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 06. September 2017 (05:00)

Die Auflassung und Wiederinstallierung der Bezirksgerichte Waidhofen und Haag hat schon etwas von einem Schildbürgerstreich. Es war im Mai 2012, als die damalige ÖVP-Justizministerin und der damalige ÖVP-Landeshauptmann die Schließung der beiden Gerichte bekannt gaben.

Da sich die Eingliederung in das Bezirksgericht Amstetten jedoch als äußerst kostenintensiv entpuppte, blieb fortan räumlich zwar alles beim Alten, jedoch musste ein Taxi nun täglich Akten zwischen den Standorten chauffieren. Mit 1. September sind die Gerichte Waidhofen und Haag wieder eigenständig und man fragt sich, wozu das Ganze?

Was dabei ebenso verwundert: ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter gab nun an, dass er die Zusammenlegung bereits im Jänner 2014 gestoppt habe. Warum es dann noch bis zum Jänner 2017 gedauert hat, bis bekannt gegeben wurde, dass Waidhofen und Haag wieder eigenständig werden, liegt wohl an den Amtsmühlen, die so langsam mahlen. Mit der Waidhofner Gemeinderatswahl eine Woche später hat das sicher nichts zu tun.