Die Chance beim Schopf gepackt. Ingrid Vogl über das neue Radsportleben der Waidhofnerin Astrid Gaßner.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 07. Februar 2017 (02:44)

Radfahren ist eine der beliebtesten Sportarten in Österreich. Umso trauriger ist die Tatsache, dass es seit heuer kein österreichisches UCI-Damenteam mehr gibt. Das zuletzt einzige, Vitalogic Astrokalb, wurde aus finanziellen Gründen aufgelöst. Die Fahrerinnen standen überraschend ohne Team da. Darunter auch die 21-jährige Waidhofnerin Astrid Gaßner.

Für sie hat sich dadurch aber eine neue Chance aufgetan. Sie bekam ein Angebot des amerikanischen Profiteams Colavita/Bianchi und verbringt im ersten Halbjahr ein Monat in Belgien und zwei in den USA.

Was verlockend klingt, ist aber auch mit gewaltigem Stress verbunden. Reich werden kann man im Damen-Radsport nicht. Davon leben können nur einige wenige. Es gibt kein Mindestgehalt und aufgrund der kaum vorhandenen Medienaufmerksamkeit nur wenige Sponsoren. Ein zweites Standbein ist da unabdingbar.

Für Gaßner ist das ein Finanzstudium an der FH Steyr. Dieses gilt es nun mit dem Rennkalender unter einen Hut zu bringen. Prüfungen werden in geballter Form absolviert, wenn man wieder mal auf Kurzbesuch in Österreich ist. Warum man sich das antut? Weil die Freude am Sport einfach für vieles entschädigt.