Zivilgesellschaft formiert sich. Andreas Kössl über die Abschiebung einer gut integrierten Familie und die Folgen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 21. November 2018 (05:00)

Es war ein Facebook-Posting mit Folgen: Tief betroffen berichtete die Lehrerschaft der Waidhofner Volksschule vergangene Woche von zwei Schülern, die von einem Tag auf den anderen dem Unterricht fern blieben, weil der aus der Ukraine geflohenen und mittlerweile gut integrierten Familie nach dreijährigem Aufenthalt in Österreich ein Bleiberecht endgültig verwehrt wurde. Die Abschiebung war die Folge.

Für mehrere Waidhofner Bürger, die sich schon länger in der Flüchtlingshilfe engagieren, war dies der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Initiative „Waid-a-hoffen“ entstand, mit dem Ziel, mit Aktionen für ein humanitäres Bleiberecht einzutreten. Am Donnerstag geht es mit einer Demo los.

Das erinnert an 2012 als in Waidhofen zahlreiche Menschen für eine von der Abschiebung bedrohte tschetschenische Familie auf die Straße gingen. Nun formiert sich die Zivilgesellschaft erneut, um ein Zeichen für mehr Solidarität im Umgang mit Flüchtlingen zu setzen.