Waidhofen/Ybbs: Kronthaler begeisterte im Schloss. Mit Liedern von Schönberg, Mahler und Strauss versetzten Theresa Kronthaler und Daniel Heide das Publikum in eine andere Welt.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:37)
Daniel Heide und Theresa Kronthaler begeisterten am Fronleichnamstag das Publikum im Kristallsaal des Schlosses Rothschild mit Liedern von Arnold Schönberg, Gustav Mahler und Richard Strauss.
Leo Lugmayr, Leo Lugmayr

Es war eine Österreich-Premiere, die Klangraum-Intendant Thomas Bieber für das Waidhofner Publikum ins Ybbstal geholt hat. Die in Würzburg geborene Mezzosopranistin Theresa Kronthaler hatte mit ihrem Klavierpartner Daniel Heide anspruchsvolle Literatur für einen Liederabend gewählt, in dem sie sich Kompositionen der Wiener Schule widmete.

Melodisches Duo

Der aus Weimar stammende Pianist zählt zu den gefragtesten Liedbegleitern und Kammermusikern seiner Generation und ist nach mehrmaliger Zusammenarbeit mit Kronthaler mit dieser perfekt abgestimmt. Beginnend mit Arnold Schönbergs Liederzyklus „Das Buch der hängenden Gärten, op. 15“ eröffnete das Duo dem Publikum die schillernde Welt der Wiener Schule. Mit dem titelgebenden Lied „Liebst Du um Schönheit“ wechselte man zu Gustav Mahler, bei dem man mit „Wo die schönen Trompeten blasen“ oder dem „Rheinlegendchen“ Perlen der Epoche hob.

Das Lied „Die Nacht, op 10/3“ führte über zu Richard Strauss und schloss mit dessen Morgengabe an seine Frau Pauline „Morgen, op. 27/4“.

Als Zugabe wurde mit dem Lied „Als wir hinter dem beblümten tore“ noch einmal Schönberg aufgeboten.

Selfie mit Publikum

Und das gibt es wohl nur in Corona-Zeiten: Kronthaler und Heide baten zuallerletzt das Publikum darum, von sich und den Konzertgästen ein Selfie aufnehmen zu dürfen. Was man von Jazz- und Pop-Konzerten sehr wohl kennt, ist man an einem Liederabend dann doch noch nicht gewohnt. Die Begründung dazu liefert Heide stante pede: „Wir kommen aus Deutschland und dort sind Konzerte mit Publikum noch nicht möglich. Sonst glaubt man uns das nicht.“ Die Instagram-Story liefert also den Wahrheitsbeweis. Derlei Regung macht einfach sympathisch.