Kritik an neuer Straße. Parlamentarische Anfrage / Grün-Abgeordnete Petrovic möchte von Landesrat Wilfing Details zur Straßenverlegung in Ybbsitz und zum Abbau der Gleise der Ybbstalbahn wissen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 19. November 2013 (23:59)
NOEN, Lugmayr
Zwischen Gurhof und Ederlehen wird die B22 derzeit verlegt. Die Grünen sehen darin eine „sündteure Maßnahme“, die „nur dazu dient, eine allfällige Wiederinbetriebnahme der Bahn dauerhaft zu vereiteln“.
Von Andreas Kössl

YBBSTAL / Die grüne Landtagsabgeordnete Madeleine Petrovic hat vergangene Woche im Namen der Freunde der Ybbstalbahn eine parlamentarische Anfrage an Verkehrslandesrat Karl Wilfing und Landeshauptmann Erwin Pröll gestellt.

NOEN, Lugmayr
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Dabei geht es um die Verlegung der Landesstraße B22 im Gemeindegebiet von Ybbsitz beim Hause Lehen. Die Arbeiten dazu wurden im Juli 2013 begonnen und sind derzeit am Laufen. Die Gleise der aufgelassenen Ybbstalbahn zwischen Gurhof und Ederlehen wurden zu diesem Zwecke abgetragen.

Reaktivierung der Schmalspurstrecke unmöglich 

Petroviv bekrittelt, dass dadurch eine Reaktivierung der Schmalspurstrecke für immer unmöglich gemacht werde. „Ein Weltkulturerbe, welches seit über 110 Jahren als Wahrzeichen der Region gilt, wird zunichte gemacht“, so die Grün-Mandatarin. Sie kritisiert, dass aufgrund der Trassenverlegung der bestehende Radweg neu errichtet werden müsse. Die Kosten der Straßenverlegung, der Radwegwiedererrichtung und der Verlegung der Einbauten würden im Vergleich zu einer Reaktivierung der Bahnstrecke „in utopischen Höhen“ liegen.

Dass der Grund für die Straßenverlegung darin besteht, dass ein Landwirt sein Vieh dann nicht mehr über die Straße treiben müsse, kann Petrovic nicht nachvollziehen. Dafür gäbe es andere, kostengünstigere Lösungen, etwa in Form von Blinkanlagen, so die Abgeordnete. Diese würden es nicht notwendig machen, „eine verkehrspolitisch wichtige Traditionsbahn zu opfern“.

"Verschwenderische Neubauten“ 

Petrovic spricht von „verschwenderischen Neubauten“ und will vom zuständigen Landesrat wissen, ob das Land in die Planung dieser Straßenverlegung eingebunden war und wie hoch sich die Kosten der baulichen Maßnahmen belaufen.

Die Grün-Mandatarin bemängelt auch, dass es für die Straßenverlegung keine vorangehende Befassung des Gemeinderates gegeben habe, und fragt: „Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass diese sündteure Maßnahme nur dazu dient, eine allfällige Wiederinbetriebnahme der Bahn dauerhaft zu vereiteln?“