Waidhofner Betriebe: Schlechter Zeitpunkt für Lockdown

Regionale Betriebe zeigen Verständnis für Maßnahmen, äußern aber auch Kritik am Krisenmanagement der Regierung.

Erstellt am 24. November 2021 | 03:49
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Foto: Christa Hochpöchler

Seit Montag gilt wieder ein allgemeiner Lockdown in ganz Österreich. Wie bei den vergangenen Ausgangsbeschränkungen darf der private Bereich dann nur noch in Ausnahmegründen verlassen werden, dazu zählen zum Beispiel Spazieren gehen, Produkte der Grundversorgung einkaufen oder der Weg zum Arbeitsplatz. Schulen bleiben geöffnet, Anwesenheitspflicht besteht aber nicht. Viele Betriebe trifft diese Maßnahme gerade in der Vorweihnachtszeit hart. Gespräche mit Unternehmern und Gastronomen der Region zeigen, dass es allgemein viel Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahmen gibt, aber auch viel Kritik an der Kommunikationsstrategie und dem Krisenmanagement der Regierung.

Dank treuer Kunden Lockdowns gemeistert

Schlosswirt Andreas Plappert meint: „Uns trifft das in einer sehr unguten Zeit. Viele Weihnachtsfeiern wurden abgesagt, auch bereits bei Einführung der 2G-Regel. Wir merken aber auch extrem viel Solidarität in der Bevölkerung und sind jetzt am letzten Wochenende vor dem Lockdown komplett ausgebucht.“ Kritik kommt von ihm am mangelnden Informationsfluss seitens der Regierung und an der verfrühten Aufgabe eines breitflächigen Testangebots. „Für mich wäre eine gute Teststrategie mit anständigem Contact Tracing der beste Weg durch die Pandemie gewesen. In Waidhofens Gastronomie hat das auch gut funktioniert“, meint Plappert und fährt fort: „Ich hoffe, dass der Lockdown kurz dauert und sich alle daran halten, damit er auch wirkt! Vor allem für das Personal im Pflegebereich und den Krankenhäusern wäre das auch wünschenswert!“

Für Margit Watzinger, Obfrau des Stadtmarketing Waidhofen, kommt der Lockdown auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: „Es wäre besser gewesen, wenn das schon früher gekommen wäre. Gerade jetzt vor Weihnachten ist das sehr schwierig.“ Sie blickt allerdings dennoch positiv in die Zukunft, da auch die letzten Lockdowns bereits gut gemeistert wurden. „Wir freuen uns sehr über die große Kundentreue in Waidhofen. Auch Aktionen, wie aktuell zum Beispiel unser Weihnachtsgewinnspiel, wurden sehr gut angenommen.“

Leere Kinosäle in der Vorweihnachtszeit

Andreas Leitner, Betreiber der Filmbühne Waidhofen, hätte sich besseres Krisenmanagement gewünscht. „Leider sind wir mit Lockdowns ja schon geübt. Es ist nur schade, dass alles so ungeplant abgelaufen ist, vermutlich wäre das vermeidbar gewesen“, meint Leitner. „Ich glaube leider nicht, dass der jetzige Lockdown in 20 Tagen beendet sein wird. Man hat das Gefühl, dass das Gegenteil von dem passiert, was gesagt wird.“ Auch für ihn als Kinobetreiber kommt der Zeitpunkt des Lockdowns denkbar ungünstig: „Das Weichnachtsgeschäft ist immer die beste Zeit des Jahres. Vor allem die lachenden Kindergesichter gehen einem dann schon ab!“ Die Filmbühne bietet aber auch im Lockdown den Video-on-Demand-Club an, Kinogutscheine wird es auch wieder geben, Infos dazu sind über die Homepage und Social-Media-Kanäle der Filmbühne erhältlich.