Feilen an Sozialplan. Werksschließung / Unternehmensführung und Betriebsrat der Agrana Fruit Austria GmbH arbeiten an Abfederungen für Mitarbeiter. Abstimmung über Sozialplan am 13. August.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 23. Juli 2014 (07:01)
NOEN, Agrana

Bis Ende des Geschäftsjahres 2014/15 möchte der börsenotierte Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana die Sparte Fruchtzubereitung im steirischen Gleisdorf konzentrieren. Die Produktion der Agrana Fruit Austria GmbH in Kröllendorf wird deshalb geschlossen. 66 Arbeitsplätze gehen damit verloren. Dies wurde Anfang Juli vom Aufsichtsrat der Agrana Beteiligungs AG beschlossen.

Fruchtsaftkonzentrat soll in Kröllendorf aber weiterhin produziert werden. Das Nachbarwerk der ebenfalls zur Agrana-Gruppe gehörenden Austria Juice GmbH ist von der Schließung nämlich nicht betroffen. Laut einer Aussendung des Konzerns soll ein Großteil der von der Schließung betroffenen Mitarbeiter an anderen Agrana-Standorten unterkommen, idealerweise im Fruchtsaftkonzentratwerk in Kröllendorf oder im Fruchtzubereitungswerk in Gleisdorf. Für die restlichen Mitarbeiter sollen Abfederungsmaßnahmen erarbeitet werden. Die NÖN berichtete.

Die Stimmung unter den 66 Betroffenen ist verständlicherweise mehr als gedrückt. Am vergangenen Montag, 14. Juli, wurden die Mitarbeiter nun in einer Betriebsversammlung über einen möglichen Sozialplan informiert. Dem müssen sie aber erst zustimmen – auch um dann zu wählen, ob sie in ein anderes Werk wollen oder lieber in den Sozialplan.

Abstimmung am 13. August angedacht

Der Sozialplan werde gerade erarbeitet, gibt Agrana-Betriebsrat Martin Huber auf Nachfrage der NÖN an. Bis 28. Juli solle dieser fertig sein und dann am 13. August den Mitarbeitern zur Abstimmung vorgelegt werden.

Über inhaltliche Details wollte sich Huber allerdings noch nicht äußern, ebenso wenig wie zu der Frage, wie viele Arbeitsplätze in den anderen genannten Agrana-Werken für die von der Schließung betroffenen Dienstnehmer zur Verfügung stehen werden. Aussagen über diese Dinge seien noch zu früh, so der Betriebsrat.

Zu Wort meldete sich letzte Woche die Gewerkschaft PRO-GE. „Betriebsrat und Belegschaft fordern faire Verhandlungen über einen Sozialplan“, so Branchensekretär Gerhard Riess. Den Betroffenen müsse die Wahlmöglichkeit gegeben werden, in anderen Agrana-Werken weiterzuarbeiten oder den Sozialplan in Anspruch zu nehmen.