Corona-Inzidenz: Waidhofen/Ybbs über der 400er-Marke. Die Infektionslage in der Ybbstalmetropole spitzt sich zu. Am Montag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 401. 13 Covid-Patienten mussten im Landesklinikum behandelt werden..

Von Andreas Kössl. Erstellt am 30. März 2021 (09:44)
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Die dritte Welle der Covid-Pandemie hat nun auch Waidhofen voll erwischt. Nicht zuletzt auch durch die britische Mutation des Coronavirus stieg die Zahl der Infektionen in der Stadt in den letzten Tagen stark an.

Zählte man am Montag der Vorwoche noch 18 aktive Fälle, waren es am Montag dieser Woche bereits 56. 45 Neuinfektionen kamen hinzu. Demgegenüber stehen sieben Personen, die im selben Zeitraum wieder gesund wurden. 114 Personen wurden in den letzten sieben Tagen in Quarantäne geschickt.

Bürgermeister ruft zu Disziplin auf

In Summe hält man in der Statutarstadt seit Ausbruch der Pandemie mit Stand Montag bei 741 Covid-Fällen und 13 Corona-bedingten Todesfällen. Alarmierend ist auch die Sieben-Tage-Inzidenz (Covid-19-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen im Verhältnis zu 100.000 Einwohnern).

Nach einem Wert von 142,6 am Montag der Vorwoche überschritt man am Montag in der Statutarstadt mit 401 ganz knapp die 400er-Schwelle. Die Lage in Waidhofen entwickle sich besorgniserregend, sagt Bürgermeister Werner Krammer.

„Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz sieben Tage hindurch überschritten wird, bedeutet das drastische Einschränkungen für uns alle. Ausreisetests und Schulen im Distance Learning sind die wohl einschneidendsten“, so der Stadtchef. Er ruft die Bevölkerung zu Disziplin auf und erinnert die Bürger an die strengen Maßnahmen des neuerlichen Lockdowns, die ab Donnerstag für die Ostregion gelten. Dazu zählt eine ganztägige Ausgangsbeschränkung und die Reduktion der Kontakte außerhalb des eigenen Haushaltes auf Einzelpersonen.

„Ich ersuche die Waidhofnerinnen und Waidhofner, gerade zu den Osterfeiertagen die Corona-Regeln zu beachten“, appelliert der Stadtchef. „Angesichts der stark steigenden Zahlen ist die Polizei angehalten, die Einhaltung verstärkt zu kontrollieren und ausgesprochene Quarantäne-Maßnahmen zu überwachen.“

„Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz sieben Tage hindurch überschritten wird, bedeutet das drastische Einschränkungen für uns alle.“ Stadtchef Werner Krammer

Cluster gebe es in Waidhofen bislang keine, hält Krammer fest. „Man kann aber beobachten, dass sich das Virus, wenn sich eine Person infiziert hat, rasch innerhalb der Familie ausbreitet.“ Der Stadtchef vermutet, dass das derzeitige rasche Ansteigen der Infektionszahlen auch von der britischen Mutation des Coronavirus herrührt. „Ich glaube nicht, dass die Leute plötzlich um so viel unvorsichtiger sind als vorher“, sagt er.

Ganz wesentlich für die Bekämpfung der Pandemie sei regelmäßiges Testen, hält der Bürgermeister fest. „Machen Sie von unserem umfangreichen, kostenlosen Testangebot im Schloss Rothschild Gebrauch. Damit können unbemerkte Infektionen entdeckt und Infektionsketten unterbrochen werden.“

Sieben positive Fälle bei 2.633 Testungen

Die Teststraße im Schloss Rothschild ist immer montags, mittwochs, freitags und samstags in Betrieb. Am Ostermontag ist sie geschlossen, dafür wird es am Dienstag nach Ostern eine zusätzliche Testmöglichkeit geben. „Ein negativer Test ist aber kein Freibrief, sondern lediglich eine Momentaufnahme“, hält Krammer fest. „Ich bitte Sie eindringlich: Werden Sie auch mit einem negativen Test nicht leichtsinnig und halten Sie sich an die Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln!“

Die Teststraße im Schloss Rothschild wurde auch in der Vorwoche sehr gut angenommen. 2.633 Personen nutzten das Gratis-Angebot, sieben positive Fälle wurden herausgefischt. Seit Anfang Februar wurden auf der Waidhofner Teststraße 15.816 Testungen durchgeführt, wobei 16 Tests positiv ausfielen.

Auch die Impfstraße im Rothschildschloss war am Freitag und Samstag wieder in Betrieb. 240 Personen erhielten hier ihre zweite Teilimpfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Weiter gehen in Waidhofen auch die Corona-Schutzimpfungen. So werden Personen ab 72 Jahren am 10., 17. und 24. April auf der Impfstraße im Waidhofner Rothschildschloss mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff immunisiert. Über www.impfung.at können derzeit keine Termine mehr gebucht werden, da die Plattform bereits für die nächste Termin-Ausschreibung vorbereitet wird. Dennoch gab es am Montag für den 17. und den 24. April noch einige freie Termine. Diese können über das Bürgerservice des Magistrats unter 07442/511 gebucht werden.

Zudem gibt es Wartelisten. Die bisherigen Erfahrungen auf der Impfstraße haben nämlich gezeigt, dass aus den Ampullen mehr Impfdosen gezogen werden können, als Termine vergeben wurden. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Termine kurzfristig nicht wahrgenommen werden.

Um hier schnell reagieren zu können, erstellt das Bürgerservice am Magistrat ab sofort Wartelisten. Diese sind primär für Waidhofnerinnen und Waidhofner der Altersgruppe 72plus gedacht, die keinen Termin mehr bekommen haben. Sie können sich unter 07442/511 vormerken lassen. Eine Garantie für einen Termin ist das jedoch nicht. Vorgemerkte Personen werden telefonisch kontaktiert, wenn noch Impfdosen frei sind. Die Verständigung erfolgt kurzfristig.

Laut der letzten Information der Impfkoordinationsstelle „Notruf NÖ“ soll es ab Mitte der kommenden Woche neue Impftermine für Personen über 65 Jahre geben. Laufende Informationen dazu finden sich auf der Website www.impfung.at . Bürgermeister Krammer appelliert an die Bevölkerung: „Lassen Sie sich impfen, sobald Sie die Möglichkeit dazu haben. Die Impfung ermöglicht uns eine rasche Rückkehr zu einer Normalität und dem gewohnten Leben!“

Stark angestiegen ist zuletzt auch die Zahl der Covid-Patienten am Landesklinikum Waidhofen. Nach fünf am Montag der Vorwoche mussten am Montag dieser Woche schon 13 Personen versorgt werden, drei davon intensivmedizinisch. 30 Spitalsbetten – sechs davon Intensivbetten – stehen am Landesklinikum für Covid-Patienten bereit.